Die sieben einfachsten 5000er Berge der Welt

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Auf eine Höhe von 5000 Meter oder mehr vorzudringen, erfordert meist viel bergsteigerisches Können und Kletter-Know-How. Es geht aber auch anders: Skiinfo stellt euch sechs leicht zu besteigenden 5000er Berge unserer Erde vor.

1. Chacaltaya (5.421 Meter)/Bolivien

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Der Chacaltaya, in der Nähe von La Paz, Bolivien. | ©dariohaessig

Wer auf schnellstem Wege und ohne größere Vorkehrungen einen der beliebtesten 5000er Berge in sein Gipfelbuch eintragen möchte, ist beim Chacaltaya („Kalte Straße“) am besten bedient. Der Berg ist bis in eine Höhe von 5.200 Metern befahrbar. Ohne große Anstrengungen kann der Berg schnell und hoch bestiegen werden, wobei die Gefahr der akuten Höhenkrankheit bei einem schnellen Aufstieg auf 5.421 Metern nicht zu unterschätzen ist.

Daher sollte unbedingt vor der kompletten Besteigung, eine langsame Anpassung des Körpers an den Sauerstoffmangel stattfinden. Der naheliegende Titicacasee bietet für die ersten Tage eine hervorragende Ausgangslage für leichte Wanderungen.

Der Chacaltaya galt über viele Jahre hinweg als das höchstgelegene Skigebiet der Welt. Auf Grund der zunehmenden Erderwärmung ist der Gletscher geschmolzen seit 2009 völlig verschwunden. Übrig blieb eine kleine kurze Piste und die verrosteten Überreste eines Handschlepplifts, doch Skibetrieb findet nicht mehr statt. Den Gipfel kann man weiterhin problemlos zu Fuß besteigen.

Ideale Reisezeit: Rund ums Jahr
Zurückzulegende Höhenmeter: 2500 Meter (2300 Meter davon mit dem Jeep oder Fahrrad möglich)
Startpunkt: La Paz

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Chacaltay („Kalter Weg“) – das (einst) höchstgelegene Skigebiet der Welt. | ©Mario Andrioli

 

2. Damavand (5.610 Meter)/Iran

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Der Damavand ragt als ruhender, nur noch leicht rauchender Vulkankegel etwa 70 km nordöstlich von Teheran. | ©DanielKarfik

Auch wenn sich vor dem Lager 1 und 2 die Multitreiber aufdrängen und ihre „unverzichtbaren“ Dienste anbieten, ist es möglich, den höchsten Berg des Irans ohne fremde Hilfe zu ersteigen. Über schmale Schuttpfade (Geröll und Sand) führt der Weg ohne größere technische Schwierigkeiten hoch zum Gipfel des Damavand. Die letzten 1500 Höhenmeter sind zwar teilweise steil, aber ohne Kletterausrüstung zu begehen. Der Vulkankegel zählt zu den höchsten freistehenden Bergen der Welt und ist durch seine wunderschöne Flora am Rande des Weges ein überaus schöner Aufstieg. Nicht so schön ist dagegen das Schwefelgas, welches im oberen Teil des Berges aus Löchern aus dem Boden hervortritt. Dadurch entsteht ein unangenehmer Geruch, der auf Teilen der Strecke den Trip vermiesen kann

Ideale Reisezeit: Mitte Juli und Anfang September
Zurückzulegende Höhenmeter: 4.400 Meter
Startpunkt: Teheran

3. Elbrus (5.642 Meter) / Russland

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Der Name Elbrus leitet sich vom georgischen Wort für „kegelförmiger Berg“ ab. | ©EvgenySHCH

Der Elbrus liegt im Kaukasus und ist mit einer Höhe von 5.642m der höchste Berg Russlands und Europas. Je nachdem, wo die Grenze zwischen Europa und Asien gezogen wird, ist entweder der Elbrus oder der Mont Blanc in den französischen Alpen der höchste Berg Europas.

Da die Südseite des Elbrus bis zu einer Höhe von ca. 4.100m mit Hütten bebaut wurde und täglich Pistenraupen bis auf eine Höhe von 5.100m fahren, gilt dieser selbstverständlich mit zu den einfachsten 5000er Berge. Der Elbrus ist auf Grund seine Einfachheit zu einem wahren Besuchermagneten geworden. Besonders an Tagen mit herrlichsten Sonnenschein können hier bis zu 300 Leute gleichzeitig unterwegs sein.

Ideale Reisezeit: Mai bis August
Zurückzulegende Höhenmeter: 5.100 Meter
Startpunkt: Azau

4. El Misti (5.822 Meter)/Peru

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Der Vulkan wird durch seine markante Kegelform geprägt. | © AndreaVisconti

Der El Misti darf in unserer Liste der einfachsten 5000er Berge natürlich nicht fehlen. Doch der Weg hoch zum Gipfel des El Misti ist eventuell kein Spaziergang. Aber durch die Tatsache, dass der Berg komplett Eis- und Gletscherfrei ist und es keine größeren Hindernisse gibt, kann man mit einer guten konditionellen Grundlage den Gipfel erreichen. Des Weiteren handelt es sich beim El Misti um keinen gewöhnlichen Berg, sondern um einen aktiven Vulkan. Der letzte Ausbruch liegt aber einige Jahre zurück, ereignete sich 1784.

Der Untergrund besteht den ganzen Weg über aus Sand und Steinen und beinhaltet keine technischen Schwierigkeiten. Für den Trip sollte man insgesamt aber mehr Zeit einplanen, da vor Ort eine ausreichend lange Akklimatisationsphase von Nöten ist, um den knapp 6000 Meter hohen Gipfel ohne körperliche Probleme zu erreichen

Ideale Reisezeit: Rund ums Jahr
Zurückzulegende Höhenmeter: 4.500 Meter
Startpunkt: Arequipa

5. Cerro el Plomo (5.424 Meter)/Chile

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Auf Grund seines geringen Schwierigkeitsgrads, gilt er als einer der am häufigsten bestiegenen 5000er in Chile. | ©abriendomundo

Der Cerro el Plomo liegt in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt Santiago. Von vielen Bergsteigern wird der Cerro el Plomo als idealer Akklimatisationsberg benutzt, um später den Aconcagua zu besteigen. Denn der Gipfel des Aconcagua liegt auf stattlichen 7000 Meter über dem Meeresspiegel. Wer also den höchsten Punkte des Cerro el Plomo erreichen will, kann auf die Hilfe erfahrener Bergsteiger zählen. Wählt man bei der Besteigung eine der vorgegebenen Normalrouten, kommt es zu keinen technischen Schwierigkeiten kommen.

Probleme könnte es aufgrund des launischen Wetters geben, das gepaart mit der dünnen Luft besonders für unerfahrene Kletterer abweisend wirkt. Aber nicht nur die Besteigung an sich macht den Reiz aus. Man wird zusätzlich beflügelt durch das südamerikanische Ambiente, die Überquerung der Anden und der Schönheit von Santiago de Chile, dem Ausgangspunkt der Tour.

Ideale Reisezeit: Oktober bis Februar
Zurückzulegende Höhenmeter: 4.900 Meter
Startpunkt: Santiago de Chile

6. Kibo/Kilimandscharo (5.895 Meter)/Tansania

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Im Jahr 1987 wurde die Landschaft von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. | ©PHOTOCREO MichalBednarek

Der Kibo, der zu den „Seven Summits“, den sieben höchsten Berge der Kontinente, zählt, liegt im Osten Afrikas in Tansania. Jährlich kraxeln über 20.000 Wanderer den Kilimandscharo hoch. Eine Vielzahl scheitert an der Höhenkrankheit oder schlechter körperlichen Verfassung, wenn keine gute konditionelle Grundlage gelegt worden ist. Umso mehr Zeit man einplant, desto besser sind die Chancen den Uhuru Peak, den höchsten Gipfel des Kilimandscharo zu erreichen. Die insgesamt 50 Kilometer Aufstieg bieten einen einzigartigen Einblick in die Fauna und Flora. Regenwald, Gras- Busch- und Strauchland werden ebenso durchwandert wie mondartige Landschaften mit keinerlei Vegetation. Für den Aufstieg, der meist in einer vier- oder fünftägigen Tour bewältigt wird, ist das Engagieren eines Guides und einheimischer Träger vorgeschrieben.

Ideale Reisezeit: November – Januar
Zurückzulegende Höhenmeter: 4.100 Meter
Startpunkt: Marangu, Machame

7. Kala Patthar (5.643 Meter)/Nepal

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Kala Patthar liegt in direkter Nachbarschaft zum Mount Everest, weshalb er zu einem der beliebtesten Trekkingziele im Khumbu gehört. | ©EugeneGa

Unsere Liste der 5000er Berge schließt Kala Patthar ab. Vom Gipfel des Kala Patthar in Nepal hat man meinen einen wunderschönen Ausblick auf den Mount Everest (8.848 Meter) und den Nuptse (7.879 Meter). Von der letzten bewohnten Siedlung, dem Gorak Shep, geht es in einer rund zweistündigen Wanderung ohne große Hindernisse hinauf zum Gipfel.

Im Himalajagebirge zählt er zu den einfachsten und meist bestiegenen Bergen. Es ist durchaus denkbar, dass man am Gipfel anstehen muss, um sich auf dem höchsten und besten Punkt des Gipfels fotografieren zu lassen. In Nepal wird der Kala Patthar nicht als offizieller Berg gelistet. Im Vergleich zum Mount Everest, der nur rund zehn Kilometer entfernt liegt und 3000 Meter höher ist, wirkt der Kala Patthar auch eher wie ein kleiner Hügel.

Ideale Reiseeit: März – April
Zurückzulegende Höhenmeter: 505 Meter
Startpunkt: Gorak Shep

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Gorak Shep ist die letzte dauerhaft bewohnte Ortschaft vor dem Südaufstieg zum Mount Everest. | ©Doctor_J

 

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