Sportlicher Tourenskischuh: Der Scarpa Alien RS im Test

Magazine Ratgeber Sportlicher Tourenskischuh: Der Scarpa Alien RS im Test

Tourengehen wird immer mehr zum Volkssport. Aber nicht jeder Tourengeher ist gemütlich unterwegs, viele halten sich im Winter mit dem Sport fit, nehmen ihn als Alternative zum Joggen oder Trailrunnen und wollen dementsprechend leicht und flexibel unterwegs sein. An diese Zielgruppe der sportlichen Skitourengeher richtet sich der neue Skitourenschuh Alien RS von Scarpa. Wir haben den Schuh nach den ersten Schneefällen des Winters 17/18 testen können. Wie der nur 900 Gramm leichte (pro Paar) Tourenschuh bei unseren Testern ankam und was ihn auszeichnet, lest ihr unten im Testbericht!

Das sagt der Hersteller:

In jedem Sport hat der Renn- oder Leistungssport Einfluss auf die Produktentwicklung und treibt die Evolution des Sports voran. Skitourengeher können unterschiedlicher nicht sein, doch Scarpa bietet für jeden Einsatz das richtige Sportgerät. Mit dem Alien RS haben wir ein Model entwickelt welches dem Fitnessorientierten Läufer, der nicht nur die Natur genießt sondern auch eine Puls-Uhr am Handgelenk trägt, der eher den Proteinriegel statt einer Brotzeit mit auf Tour nimmt, die Ausübung seines Sports unterstützt.

Sportlich wird dieser Tourenschuh durch das geringe Gewicht, welches mit dem Carbon Grilamid®LFT ermöglicht wird, durch die rennsportinspirierten Komponenten, wie die ALight Mechanik, die X-Cage Evo Schaftkonstruktion, dem Boa®-Verschluss und dem Speed-Cam-Lock-System zum schnellen Öffnen und Schließen des Schaftes. Eine Schaftrotation von 72° ermöglicht lange Schritte und schnelle Aufstiege welche in Sachen Komfort durch die neue UFO RS Sohle und dem Intuition® Cross Fit Tour Liner unterstützt werden. Bei der Abfahrt sorgt die 3D-Lamda Frame Technologie für die zusätzliche Unterstützung der Kraftübertragung.

Daten zum Scarpa Alien RS

Größen:24.0 – 30.0 nur volle Größen
Gewicht: 910 Gramm / Gr. 27  (½ Paar)
UVP: 699€
Bindungskompatibilität: TLT
Innenschuh: Intuition® Cross Fit Tour
Leisten: 99mm
Sohle: Vibram® UFO RS
Schale: Carbon Grilamid® LFT
Schaft: Carbon Grilamid® LFT
Flex: 95
Vorlage: 7˚ / 9˚ / 11˚ / 13˚
Bewegungsamplitude: 72˚
Ski/Walk Modus: Speed Cam Lock
Verschluss: Cord + Boa®
Bindungssystem: TLT

Scarpa Schuhgröße bestimmen

Fuß richtig abmessen

  1. Man nehme ein Blatt Papier und einen Stift
  2. Mit dem Fuß auf das Blatt Papier steigen und mit dem Stift Ferse und Zehenspitze markieren.
  3. Mit dem 2. Fuß gleich verfahren.
  4. Füße sind selten genau gleich lang. Wenn Du den längeren Fuß bereits kennst, genügt es, dessen Länge zu messen.
  5. Länge in mm oder cm ermitteln. Bitte mit dem Lineal die Länge in mm ermitteln. Die unten stehenden Tabellen übersetzen die Sohlenlänge in alle gängigen Größengänge.

 

 

 

 

Scarpa Tabelle Schuhgröße

Männer und Frauen
EUROLÄNGE
3521,5 cm
35,5 – 3622 cm
36,522,5 cm
3723 cm
37,5 – 3823,5 cm
38 – 38,524 cm
3924,5 cm
39,525 cm
40 – 40,525,5 cm
40,5 – 4126 cm
41,526,5 cm
4227 cm
42,5 – 4327,5 cm
43 – 43,528 cm
4428,5 cm
44,529 cm
45 – 45,529,5 cm
45,5 – 4630 cm
46,530,5 cm
4731 cm
47,5 – 4831,5 cm
4832 cm
4932,5 cm
5033 cm

Das sagt die Skiinfo-Redaktion:

Wir testeten den sehr leichten und race-orientierten Scarpa Alien RS bei einer frühwinterlichen Skitour im Heutal. Mit von der Partie war ein Wayback 88 von K2 mit KingPin Bindung von Marker. Die Bedingungen: Feucht, nass, eher ungemütlich und jetzt nicht gerade schönste Powderbedingungen, aber für einen Test des Schuhs hat es allemal gereicht.

Einfacher Einstieg durch BOA-System

Der Einstieg in den Scarpa Alien RS gelingt leicht und entspannt, da sich der Schuh sehr weit öffnen lässt. Interessant ist das BOA-System als Verschluss. Nicht gerade typisch bei Skitourenschuhen. Man muss es mögen, unserem Tester gefiel das System des Drehverschlusses aber ganz gut, da man den Schuh so gut an spezielle Fußformen anpassen kann, zum Beispiel an einen hohen Rist. Die Passform ist eher schmal, aber auch mit dicken Waden bekommt man im Alien RS keine Probleme – auch hier überwiegen die Vorteile des BOA-Systems, das eine exakte Einstellung ermöglicht. Ergänzt wird dsr Drehverschluss durch den Klettverschluss am Schienbein und eine hintere Schnalle. Wenn man alles eng verschließt, hat man einen super Halt am Fuß. Übrigens, der Hersteller BOA gibt für seinen Drehverschluss eine lebenslange Garantie! Sollte da also mal etwas kaputtgehen, kann man hier einen Garantiefall melden oder ein Reparaturset bekommen.

Wie das Boa-System funktioniert:

Angenehmes Gefühl durch geringes Gewicht

Im Aufstieg macht der Alien RS ein tolle Figur, was nicht nur an seinem geringen Gewicht liegt. „Fühlt sich an, als trage man einen bequemen Laufschuh“, so die Meinung von Tester Michi aus dem Skiinfo-Team. Der Alien RS sitzt gut am Fuß, gleichzeitig hat man aber einen großen Bewegungsspielraum des Schafts. Wird es steiler und anspruchsvoll im Anstieg, kann man den Schuh einfach etwas enger am Fuß fixieren, dann hat man genug Halt, um auch schwierige Passagen problemlos zu meistern. Am Gipfel angekommen, klappt man lediglich die Schnalle des Ski-Hike-Mechanismus nach unten, dreht das BOA-System auf die gewünschte Festigkeit und zieht bei Bedarf den Klettverschluss am Schienbein etwas enger. Und schon kann sie losgehen, die wilde Fahrt.

Gute Schwünge und Kraftübertragung

Waren wir zunächst ob der Leichtigkeit und Rennorientierung des Alien RS skeptisch, was der Tourenskischuh in der Abfahrt so bringen würde, zeigte sich schon nach den ersten Schwüngen, dass die Bedenken unbegründet waren. Der Fuß sitzt eng im Schuh, die Kraftübertragung auf den Schuh gelingt gut und man kann die Schwünge ohne große Kompromisse durchziehen. Mit seinem 95er-Flex ist der Alien RS natürlich kein harter Race-Skischuh, dennoch muss sich Scarpa hier in Bezug auf die Stabilität nicht verstecken – und das obwohl der Schuh superleicht und aufstiegsorientiert ist. Scarpa hat den Alien RS gut abgestimmt und bedient den schnellen, fitnessorientierten Skitourengeher mit dem Modell optimal.

Fazit

Das „Highlight“ ist somit beim Schuh das geringe Gewicht in Kombination mit der überraschend guten Abfahrtsperformance. Für eine fundierte Aussage zum „Lowlight“ müsste man den Schuh über einen längeren Zeitraum testen – und ist auf Anhieb nichts aufgefallen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass F1 und andere Scarpa-Skitourenschuhe noch etwas stabiler sind und sich abfahrtsorientierter geben. Als Kaufinteressent muss man also für sich die Entscheidung treffen, ob man lieber möglichst leicht und schnell vorankommen möchte oder in Bezug auf das Gewicht Defizite in Kauf nimmt, um das bestmögliche Abfahrtserlebnis zu haben. Für Freeskier ist ein stabilerer und schwererer Schuh vermutlich immer noch die bessere Wahl. Mit dem Alien RS hat Scarpa aber nun einen Skitourenschuh im Portfolio, der die große Gruppe der sportlichen Skitourengeher ansprechen dürfte.

Mehr Infos zum Schuh: http://www.scarpa-schuhe.de/schuh/alien-rs/

 

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