Diese Webseite verwendet Cookies. Klickt auf den folgenden Button für weitere Informationen! Datenschutz
Ok

Kaufberatung Ski: Worauf achten beim Skikauf?

7. Oktober 2013 | Frieda Knorke

Skitest 2014 - Testskier - ©nskiv/wintersport.nl

Ski gibt es wie Sand am Meer - aber welcher ist der richtige?

Copyright: nskiv/wintersport.nl

Im Normalfall kauft man sich nicht jedes Jahr neue Ski und somit stellen sich viele Wintersportler, die ihr altes Gerät gegen ein neues austauschen wollen, die Frage: Worauf muss ich eigentlich achten, wenn ich mir neue Ski kaufen will? Wir geben euch in diesem Beitrag viele nützliche Tipps von Profis, erklären die wichtigsten Fachbegriffe und klären auf, was beim Skikauf auf gar keinen Fall vergessen werden sollte.

Beratung ist das A und O

„Das Wichtigste ist, dass der Käufer sich professionell beraten lässt und gemeinsam mit seinem Fachhändler das richtige Modell auswählt“, erklärt der ehemalige Profi-Skirennfahrer Stefan Stankalla, der jetzt bei der Skimarke K2 tätig ist. „Man sollte grundsätzlich zuerst einmal das Können und den Einsatzzweck bestimmen – erst dann sollten Kriterien wie Preis oder Marke  festgelegt werden.“ Auch Schorsch Reindl, Sales Manager Germany bei dem Tourenskihersteller Dynafit, schließt sich dieser Meinung an: „Der Ski muss zum Fahrkönnen und der Körpergröße passen, das ist das A und O. Das geht nur über einen Experten im Fachgeschäft.“ Wer sich aber dennoch vorab schon genauer informieren möchte, der muss über verschiedene Fachbereiche Bescheid wissen. Wir erklären daher die verschiedenen Skitypen, gefolgt von einzelnen wichtigen Eigenschaften wie Länge, Taillierung, Flex und Torsionssteifigkeit. Nach dieser Einführung wagen wir einen Blick in den Ski (Kern) und beleuchten die unterschiedlichen Konstruktionsmöglichkeiten. Zum Abschluss erfahrt ihr noch, worauf man beim Kauf von Ski für Kinder und Jugendliche achten sollte und wie man die Bretter am besten pflegt.

Skitypen

Einen Ski zu bekommen, der kein Carver ist, ist heutzutage nahezu unmöglich. Die Taillierung, das heißt die Tatsache, dass der Ski in der Mitte schmaler ist als vorne und hinten, fällt je nach Ski mal stärker mal schwächer aus. Sie erleichtert das Kurvenfahren ungemein.

Easycarver: Die Ski für Anfänger: Sie verzeihen Fehler, lassen sich leicht drehen und sind meist verhältnismäßig leicht. Sie sind für langsames bis mittleres Tempo gemacht und werden relativ kurz gefahren.

Allroundcarver: Ein Kompromissski, der weder besondere Stärken noch Schwächen hat. Sie sind eine gute Wahl für geübte Einsteiger, die in mittlerem Tempo unterwegs sind. Sie werden in kurzer oder mittlerer Länge gefahren.

All Mountain: Mittelbreite Ski (>75mm), die sowohl für die Piste als auch für Tiefschnee geeignet sind. Durch die Breite besitzt der Ski viel Auftrieb und ist durch die Laufruhe komfortabel zu fahren, allerdings auf der Piste auch etwas träger.

Crosscarver: Gemäßigte Racecarver, die aber nicht ganz so hart und dadurch etwas kraftsparender zu fahren sind.

High Performance MediumTurn: Hochsportliche Ski, die vom Aufbau her ähnlich wie Slalom-/Racecarver sind. Interessant dabei ist das Multi-Radius-Konzept, bei dem die Taillierung im vorderen Bereich einem Slalomcarver entspricht, hinten aber einem Racecarver. Sie sollten im mittleren oder hohen Tempo gefahren werden und mittellang gekauft werden. Die Mittelbreite liegt etwa zwischen 70 und 75 mm.

High Performance LongTurn (Race-Carver): Wie der Name schon sagt: für all jene, die besonders schnell auf der Piste unterwegs sind. Der Ski zeichnet sich durch seine stärkere Dämpfung und das höhere Gewicht aus und besitzt daher eine hohe Spurtreue und Laufruhe. Allerdings müssen sie mit viel Einsatz gefahren werden, was auf Dauer sehr kräftezehrend ist.

High Performance ShortTurn (Slalom Carver): Der Ski für enge, schnelle Kurven. Durch seinen geringen Radius macht der Ski jede Bewegung mit und sorgt für rasanten Pistenspaß. Wegen der Torsionssteifigkeit greift er auch im Eis perfekt.

Freeride: Besonders breite Ski, die sich im Tiefschnee am wohlsten fühlen. Durch die Breite von bis zu 120 mm schwimmen die Bretter oben auf und sorgen so für ein echtes Surf-Feeling im Schnee. Gibt’s auch mit aufgebogenen Skienden und heißt dann „Twintip Backcountry“ – damit kann man sowohl vorwärts als auch rückwärts fahren und landen, was bei Sprüngen nötig ist.

Twintip-Freestyle: Verhältnismäßig kurze Ski, bei denen der Spaß in Halfpipe und Funpark im Vordergrund steht. Sie sind nicht allzu schwer und mit einem aufgebogenen Skiende versehen, damit auch rückwärts gefahren werden kann.

Tourenski: Aufstiegsorientierte Tourenski sind möglichst leicht, aber dennoch breit genug, um im Tiefschnee nicht zu versinken (Mittelbreite ca. 75-85 mm). Abfahrtsorientierte Tourenski hingegen sind breiter (85-95 mm), dadurch aber auch schwerer. Sie besitzen einen eher großen Radius und werden etwa körperlang gefahren.

Ladycarver: Ladycarver sind tatsächlich in erster Linie schön anzusehen. Abgesehen davon ist die Bindung häufig etwas weiter vorn montiert, um das Drehen zu erleichtern. Ladycarver gibt es inzwischen für jeden Skityp, also auch sportliche Modelle, die speziell für Ladies gemacht sind.

Jugendski: Sind natürlich tendenziell kürzer und leichter. Gibt es jedoch wie die Ladycarver für jeden Skityp.

Skieigenschaften

Der wichtigste Faktor beim Skikauf ist die richtige Einschätzung. Wie gut fahre ich? Wie und wo möchte ich vorwiegend unterwegs sein? Jemand, der in rasanten kleinen Bögen die gut präparierte Piste hinunterrauscht, benötigt andere Ski als jemand, dessen Hauptaugenmerk auf unverspurten Tiefschneehängen liegt. Aber selbst wenn diese Fragen beantwortet sind, gibt es noch zahlreiche Faktoren, die bei dem perfekten Ski berücksichtigt werden sollten. Das fängt beim Kern und Material an, geht über Taillierung, Breite, Torsionssteifigkeit und Biegehärte bis hin zu Länge und – für Frauen eigentlich das Wichtigste überhaupt – Design.

All Terrain Rocker

Copyright: Salomon

Rocker

Gewöhnliche Carver sind unter der Bindung nach oben gebogen, wodurch der Schneekontakt vor allem weit vorne und weit hinten stattfindet. Rocker hingegen sind so geformt, dass Tip und Tail, also Schaufel und Ende aufgebogen sind – dadurch liegt der Kontaktpunkt deutlich mittiger, was die Kantenangriffslänge verkürzt. „Damit ein Ski mit negativer Vorspannung funktioniert, müssen sowohl der Aufbau, der Seitenzug und die Bindungsposition darauf abgestimmt sein“, erklärt Lukas Ölschlager, der im Marketing für Salomon arbeitet. „Es gibt unterschiedliche negative Vorspannungen, sprich unterschiedliche Rocker-Typen, also Carve Rocker, Utility Rocker, All Terrain Rocker und Twin Rocker.“ Die Schwungauslösung gestalte sich viel einfacher als bei herkömmlichen Carving-Ski, da kein Widerstand überwunden werden müsse. „Das ist ein entscheidender Vorteil für weniger erfahrene Skifahrer, da der Übergang in die Schräglage wesentlich sanfter erfolgt."

Je mehr man abseits der Piste unterwegs ist, desto höher kann der Rockeranteil sein. Wer eher universell unterwegs sein möchte, dem empfiehlt sich der Allround-Rocker. Bei ihm ist nur der Schaufelbereich etwas aufgebogen, wodurch er Fahrfehler gut verzeiht und Kräfte spart.

Einen ausführlichen Artikel zum Thema Rocker gibt es zudem hier auf Skiinfo.

Twin Rocker

Copyright: Salomon

Skilänge

Je länger ein Ski, desto laufruhiger wird er – andererseits reagiert er auch nicht so wendig wie ein kurzer. Wer also kurze, rasante Kurven fahren möchte, benötigt tendenziell eher einen kürzeren Ski – wer auf Komfort Wert legt, eher einen längeren. Je nach Skityp gibt es jedoch unterschiedliche Tipps für die perfekte Länge. Stefan Stankalla rät hier: „Die Länge spielt eine wichtige Rolle, deshalb unbedingt beim Fachhändler kaufen – die werden regelmäßig geschult und sind dadurch immer auf dem aktuellsten Stand.“

Skibreite

Ähnlich wie die Länge spielt die Skibreite ebenfalls eine maßgebliche Rolle bei der Wendigkeit. Auf einer gut präparierten Piste lässt sich ein schmaler Ski viel leichter drehen und reagiert schneller auf Fahrbefehle. Abseits punkten jedoch die breiten (ab 80mm Mittelbreite) Latten, denn je breiter die Bretter sind, desto mehr Auftrieb haben sie.

Taillierung

Die Taillierung ist entscheidend für den Einsatzzweck: Eher Piste oder eher Gelände? Hohe Geschwindigkeit oder eher langsames Tempo? Kurzschwung oder lange Radien?“ Das sind grundlegende Fragen, die sich jeder vor dem Kauf stellen muss. Aber das Thema ist komplex: Die Taillierung beeinflusst den Kurvenradius, der möglich ist, wenn der Ski aufgekantet – also auf der Kante gefahren – wird. Je stärker die Taillierung, desto kleiner ist der natürliche Kurvenradius. Allerdings bedeutet ein geringer Radius nicht automatisch, dass der Ski sich leichter drehen lässt.

Ist die Schaufelbreite im Vergleich zur Mittelbreite hoch, zieht die Schaufel beim Aufkanten automatisch in die Kurve. Allerdings will der Ski dann auch immer „seinen“ Radius fahren, das heißt, ein Ski mit breiter Schaufel (im Vergleich zur Mitte) kann auch mehr Kraftaufwand bedeuten.

Je schmaler die Mitte, desto schneller reagiert der Ski beim Carving - der Kantenwechsel gelingt schneller. Grundsätzlich gilt, dass ein breiterer Ski auch träger ist – wobei das bei gerutschten Schwüngen keine Auswirkungen hat. Gehen die Ski am Ende schmaler zusammen, unterstützt er damit gerutschte Schwünge. Wird er eher breiter, ist der Ski gut zum Carven.

Torsionssteifigkeit

Beim Aufkanten von Ski entsteht eine Belastung, die den Ski in sich selbst verdreht - also entlang der Längsachse. Je fester ein Ski („torsionssteifer“) ist, desto besser kann er diesem Druck standhalten, wodurch die Kante über einen größeren Bereich aufliegt. Dadurch reagiert der Ski schneller und direkter. Ein weicher Ski hingegen verdreht sich eher und hat durch die geringe Kantenauflage kaum Griffigkeit in Eis. Dafür verzeiht er Fahrfehler eher.

Je höher also das Tempo, je besser der Fahrer und je härter die Piste, desto steifer sollte der Ski sein. „Zum Ausreizen von Ski mit hoher Torsionssteifigkeit ist ein gewisses Fahrkönnen Voraussetzung“, so Stankalla.

Biegehärte (auch „Flex“ genannt)

Ein biegeharter Ski bietet gerade bei hohem Tempo guten Halt auf der Piste, er passt sich allerdings auch beim Carven nicht so gut an den Untergrund an, was für Ungeübte unangenehm sein kann. Ein biegeweicher Ski dreht beim gerutschten Schwung auch deutlich weicher. Aber Vorsicht: Ein Ski ist nicht automatisch „weich“, bloß weil er keine Biegehärte hat – hier spielen Torsionssteifigkeit und die Druckverteilung eine maßgebliche Rolle. Grundsätzlich ist der Kern eines Skis für die Biegehärte verantwortlich. Je sportlicher der Ski, desto härter ist die Biegesteifigkeit.

Druckverteilung

Steht man mit seinem Körpergewicht auf dem Ski, ist naturgemäß die Belastung in der Mitte am größten. Allerdings kann durch eine gezielte Konstruktion das Gewicht unterschiedlich verteilt werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass Ski laufruhiger und spurstabiler sind, wenn das Gewicht auf die ganze Länge verteilt wird. Liegt der Hauptdruck auf der Mitte, sind die Enden der Ski entlastet und drehen dadurch leichter.

Hauptdruck auf Skimitte: Gut für kurze, rasante Schwünge auf eisiger Piste, denn der Ski greift unterhalb der Bindung sehr gut ins Eis. Auch bei moderneren Skikonstruktionen wie z. B. Rocker ist ein neutraler Stand über dem Ski hilfreich.

Druck auf Spitze: Ist zu wenig Druck auf der Skispitze flattert der Ski, bei zu viel Druck vermindert sich die Fehlertoleranz.

Druck auf Ende: Für gemächliche, gerutschte Schwünge ist weniger Druck besser geeignet, für Spurtreue bei hohem Tempo ist mehr besser.

Dämpfung

Ist ein Ski gut gedämpft, wird einerseits vermieden, dass der Ski bei hohem Tempo anfängt zu flattern, andererseits wird die Belastung auf den eigenen Körper durch harte Schläge minimiert.  Je besser die Dämpfung, desto höher der Komfort. Die Dämpfung ergibt sich aus den Materialien, die zusätzlich im Ski verbaut sind.

Elastizität

Fährt man in die Kurve, werden die Ski gestaucht. Dadurch entsteht Energie, die elastische Ski beim „Rausfahren“ einer Kurve in Form von Beschleunigungsenergie wieder abgeben. Ist ein Ski an seinen Enden besonders elastisch, fährt er sich sehr spritzig, denn er beschleunigt bei Rückenlage enorm. Liegt die Elastizität im Schaufelbereich, kommen die Latten schneller wieder in die natürliche Form und haben dadurch mehr Kantenkontakt, wodurch die Ski weniger flattern und ruhiger laufen.

Belag

Der Belag eines Skis besteht aus Polyethylen-Kunststoff und hat Poren, die Wachs aufnehmen können. Die Beläge von günstigen Ski können meistens weniger Wachs aufnehmen und verkratzen leichter, weil sie so weich sind. Hochwertigere Ski besitzen dagegen eine härtere Unterseite und können mehr Wachs aufnehmen. Der Belag beeinflusst also nicht nur die Gleiteigenschaften sondern auch die Langlebigkeit des Skis. Übrigens: Die Poren sollten stets mit Wachs gefüllt sein, sonst trocknet der Belag aus und die Gleitfähigkeit geht verloren.

Kante

Auf einer harten Piste sind scharfe Kanten das A und O. Je hochwertiger die Kante, desto länger bleibt sie scharf und beim Nachschleifen ist der Materialverlust geringer. Sind die Ski häufiger im Gebrauch, sollten die Kanten tatsächlich alle paar Tage nachgeschliffen werden – „die Kante braucht Pflege und viel Service“, so Schorsch Reindl von Dynafit.

Druck- und Zuggurt

Häufig stiefmütterlich behandelt, haben die Gurte im Ski häufig größere Auswirkungen auf die Fahreigenschaften als beispielsweise der Kern. Dabei handelt es sich um Gurte aus Metall oder Kunststoff, die oben und unten durch den Ski verlaufen. Die oberen Gurte – die Zuggurte – werden in der Kurve gestaucht, die Druckgurte – also die an der Skiunterseite – gestreckt. Dadurch wird die Druckverteilung und Verdrehung in Längsrichtung gesteuert. Die Gurte werden bei jeder Kurve beansprucht, daher beeinflusst die Qualität dieser Gurte die Langlebigkeit des Skis enorm.

Eine Begurtung aus Metall überträgt das Gewicht auf die gesamte Skilänge und unterstützt die Spurstabilität. Sie ist für mittlere bis lange Schwünge gut.

Ist die Begurtung aus Kunststoff, ist das Hauptgewicht in der Mitte, wodurch der Ski wendig ist und in Eis gut greift. Empfehlenswert für kurze Schwünge.

Ist der Ski mit Torsionsbox konstruiert, sind häufig keine Gurte eingebaut. Das Glasfasermaterial, das um den Kern gewickelt ist, unterstützt aber etwa die Fahreigenschaften von Kunststoff-Gurten, wobei auch zusätzlich Metallgurte eingebaut werden können.

Auf dem Link unten rechts kommt ihr zum zweiten Teil dieses Artikels - hier bekommt ihr dann unter anderem Informationen zur Bauweise von Ski.

Die besten Hotels in Europa

 
 

Werbung

Mini-Umfrage

 

User- Schneeberichte

Hintertuxer Gletscher +

vor 3 Tag(en) - Hintertuxer Gletscher.

Fonna Glacier +

vor 10 Tag(en) - Fonna Glacier.

Pitztaler Gletscher +

vor 10 Tag(en) - Pitztaler Gletscher.

42cm
Stubaier Gletscher +

2 super Skitage liegen hinter uns ... mal sehen wie es morgen weiter geht....

vor 29 Tag(en) - Stubaier Gletscher.

Präparierter Schnee
Cervinia - Breuil +

vor 31 Tag(en) - Cervinia - Breuil.

Bilder

Werbung

Neuschnee

Aktuell leider keine Gebiete mit Neuschnee vorhanden. Hoffentlich schneit es bald wieder!