Rekordschneefall in den Dolomiten – genug für die ganze Saison. Einige schweizer Bahnverbindungen wegen starken Schneefalls unterbrochen.

Viel Schnee in Europa
Diese Woche fiel in Europa soviel Schnee, dass Straßen unzugänglich wurden, Stromleitungen zusammenbrachen und einige schweizer Bahnverbindungen unterbrochen waren. Einer der größten Nutznießer des starken Schneefalls sind die italienischen Dolomiten. In Cortina fielen 150 Zentimeter in 48 Stunden – und es schneit immer noch weiter. Alessandro Fregni von Skiinfo Italien kommentierte: "In drei Tagen haben die Skigebiete hier soviel Schnee gesehen wie letztes Jahr über den ganzen Winter hinweg."

Boom bei den Ticketverkäufen
Der Schnee erreichte genau rechtzeitig die Skigebiete, die nun ausgerechnet in Zeiten ökonomischer Unsicherheit einen Boom bei den Ticketverkäufen erleben. Fregni glaubt, dass der Schnee in Italien jetzt schon ausreicht, um die ganze Saison lang Skifahren möglich zu machen. Deshalb könnten die Skiressorts wohl Geld einsparen, weil sie nicht künstlich Schnee produzieren müssten.

Schnee hebt praktiksche Probleme hervor
Jedoch ruft der Schnee auch praktische Probleme hervor, sowohl für Einheimische als auch für diejenigen, die in den Winterurlaub fahren wollen. Beinahe alle Pässe in die Dolomiten schlossen am Montag und viele Dörfer waren oder sind ohne Strom. Allerdings dürfte die Situation sich rasch verbessern, sobald der Schneefall aufhört.

Dramatisches Bild in nördlicher Richtung
Ein ähnliches, wenngleich etwas weniger dramatisches Bild bot sich weiter nördlich, wo die Weltmeisterschaft der Nikoläuse in Samnaun schlecht erreichbar war, weil die öffentlichen Verkehrsmittel in der schweizer Region mit dem starken Schneefall schwer zu kämpfen hatten.

Zauberschlitten
Am Montag wurden die Bahnverbindungen im Osten der Schweiz wegen des Schnees unterbrochen. "Wir hätten unsere Zauberschlitten benutzen sollen", scherzte ein Teilnehmer der Nikolaus-WM, nachdem er infolge der Wetterlage seinen Heimflug verpasst hatte.

Auch andere Skigebiete liegen mit Schnee bedeckt
Auch in den meisten anderen schweizer Skigebieten liegt bereits hoher Schnee und in den letzten Tagen kam reichlich neuer hinzu. Skiinfo verzeichnete Powderalarms über 70 Zentimeter Neuschnee in St. Moritz und über 53 Zentimeter in Davos. Viele große Skigebiete in der Schweiz verfügen jetzt über Schneehöhen von 2-3 Metern.

Auch in Österreich ist die Schneedecke enorm
Obergurgl-Hochgurgl meldet bereits 246 Zentimeter Schnee, in Sölden auf dem Gletscher sind es rund zwei Meter. 120 Zentimeter Neuschnee fiel in den letzten sieben Tagen im Hochpustertal, dem österreichischen Spitzenreiter in Sachen Neuschnee, 80 Zentimeter waren es am Großglockner in Heiligenblut.

Kleinwalsertal hat auch Schnee zu bieten
In Deutschland hat das Kleinwalsertal mit Kanzelwand und Fellhorn 80 Zentimeter Schnee zu bieten. Am Samstag findet dort das Winteropening statt. 70 cm Schnee liegen auf der Zugspitze. Im Sauerland, wo bis zu 20 cm Neuschnee fielen (Winterberg bringt es nach eigenen Angaben nun auf 45 cm), gibt es dabei die besten Skilanglaufbedingungen seit drei Jahren. Rund 120 Kilometer Loipen wurden bisher gespurt.

Es kann auf drei Virtel der Pisten Ski gefahren werden
Auch viele der bereits geöffneten französischen Skigebiete meldeten 30 Zentimeter Neuschnee und mehr. Les Arcs kann gar mit 80 cm aufwaten. An diesem Wochenende öffnen Les Orres, Chamrousse, Le Grand Bornand, Isola 2000 und Montgenevre ihre Pforten. In Cauteret kann bei einer Schneehöhe von anderthalb Metern bereits auf drei Viertel der Pisten Ski gefahren werden. In den Pyrenäen und dem Rest Spaniens, von wo bereits im November Rekordschneemeldungen eintrafen, scheint sich der Schneefall noch weiter fortzusetzen: Jeweils 70 Zentimeter Neuschnee erlebten sowohl Formigal als auch die Sierra Nevada in der letzten Woche.

Skandinavien hat gute Schneebedingungen
Auch in Skandinavien sind die Schneebedingungen sehr gut: Jan Linstad, Skigebietsmanager von Trysil, dem größten norwegischen Skigebiet, kündigte an, dass Trysil am kommenden Wochenende mehr Pisten und Lifte öffnen werde. 65 cm Schnee liegen im norwegischen Hemsedal. Durchwachsener sind die Berichte aus Osteuropa. In Slowenien sind die allermeisten Skigebiete jedoch bereits geöffnet, viele auch in Tschechien (90 Zentimeter Schnee in Medvedin), im slowakischen Jasná liegen 43 Zentimeter Schnee.

Schneevoraussagen
Weitere Informationen wie Schneevoraussagen, die aktuellen Top Fünf der Schneehöhen oder Daten zu den Schneebedingungen einzelner europäischer Skigebiete finden Sie auf www.skiinfo.de. Wenn Sie sich dort für den Powderalarm eintragen, erhalten Sie immer die aktuellsten Schneemeldungen für Ihr Lieblingsskigebiet.