Die Reihe der Ausnahme-Abfahrer aus Österreich ist in den letzten Jahren um einen Namen länger geworden. Klaus Kröll hat sich vom B-Kader des ÖSV bis in das Abfahrts-Nationalteam vorgekämpft und fährt in dieser Disziplin in der Weltspitze mit.

Junioren-Weltmeister
1999 war Kröll Juniorenweltmeister in der Abfahrt und wurde daraufhin anschließend in den österreichischen B-Kader aufgenommen. In der Europacupwertung belegte er den 6. Platz in der Abfahrt. Im Jahr 2000 gelang es ihm, auch im Super-G Juniorenweltmeister zu werden und sicherte sich zudem noch die Silbermedaille in der Abfahrt.

Im A-Kader angekommen - Olympia knapp verpasst
2001 belegte Kröll den 2. Platz im Abfahrts-Europacup und den 10. Platz in der Gesamtwertung. Durch diese guten Ergebnisse gelang ihm der Aufstieg in den A-Kader des ÖSV. Bei der Olympia-Abfahrtsqualifikation in Salt Lake City wurde Kröll zweimal drittbester Österreicher, jedoch verpasste er einen festen Startplatz um fünf Hundertstel Sekunden. Im Jahr 2002 zählte Kröll mit seinen erst 22 Jahren zu den jüngsten Weltcuprennläufern und war zudem im österreichischen A-Kader angekommen.

Erster Podestplatz
Die Saison 2002/2003 war für Kröll eine sehr erfolgreiche. Er erreichte in Val d'Isere (FRA) bei der Abfahrt zum ersten Mal einen Podiumsplatz. Lediglich sein Teamkollege Stephan Eberharter war an diesem Tage mal wieder eine Klasse für sich und gewann das Rennen. Zu diesem zweiten Rang kam dann auch noch ein vierter Platz bei der Abfahrt von Bormio. Mit weiteren Top Ten Platzierungen konnte sich Kröll für die WM-Mannschaft von St.Moritz qualifizieren. Durch eine Jury-Entscheidung zählte er dann aber nicht zu den festen Startern. Dennoch kam er nach dieser Saison zum ersten Mal in das Abfahrts-National-Team.

Erfolgreich auf der Stelvio
Zu der absoluten Lieblingsstrecke Krölls im Weltcup hat sich die Stelvio in Bormio entwickelt. Dort schaffte er bereits dreimal einen vierten Platz und war besonders Ende 2004 ganz nah am zweiten Podestplatz seiner Karriere. Winzige vier Hundertstel Sekunden trennten ihn von seinem Teamkollegen Fritz Strobl. Allerdings war dies Resultat auch mit Abstand der beste Rang, den Kröll in jener Saison vorweisen konnte. Dennoch gehört der Österreicher bereits mit jungen Jahren zum festen Bestandteil der ÖSV-Abfahrtsmannschaft.

Erste Olympiateilnahme für jungen Österreicher
Vier Top-Ten-Ergebnisse in der Abfahrt, darunter ein zweiter Platz in Garmisch und ein fünfter Rang im Super-G auf der Streif - das kann sich durchaus sehen lassen und deshalb ist Klaus Kröll auch mit großen Erwartungen nach Turin gereist. Leider erreichte er aber dort nur den 22. Rang in der Abfahrt. Einen Rückschlag musste er nach dem letzten Weltcuprennen in Are wegstecken: Drei Monate lang konnte er im Frühjahr aufgrund des Sturzes in Schweden nicht trainieren. Bleibt zu hoffen, dass das keine Auswirkungen auf die kommende Saison hat.

Mit Handbruch zum ersten Sieg
In der Saison 2006/2007 konnte Klaus Kröll im Weltcup nicht auf das Podium fahren. In der anschließenden Saison bestritt er nur Abfahrtsrennen im Weltcup, wo er sich im starken ÖSV-Team erst einmal durchsetzen sollte. Am Ende der Saison raste Kröll in Kvitfjell (NOR) endlich wieder auf das Podium - als Dritter. Die WM-Saison 2008/2009 begann für den mittlerweile 28-Jährigen gut. Der Österreicher raste in Bormio auf den zweiten Rang in der Abfahrt. Auf dem Weg zum Highlight, der WM in Val d'Isère (FRA), brach sich Kröll im Training von Wengen (SUI) dann drei Handwurzelknochen. Davon unbeeindruckt stürzte er sich nur eine Woche später dann in Kitzbühel die Streif herunter. Ausgerechnet beim österreichischen Klassiker schlechthin und mit der Manschette an der Hand konnte Kröll dann im Super-G auf der Streifalm seinen lang ersehnten ersten Weltcupsieg feiern. Damit machte sich der Routinier auch zum Mitfavoriten auf den WM-Titel.

Triumph in Wengen 2011
Bis zum Januar 2011 musste der Österreicher dann warten, ehe er wieder richtig jubeln durfte. Bei der schweren Abfahrt in Wengen konnte sich Kröll nach einer sehr gelungenen Fahrt als Sieger feiern lassen. Auch 2012 gewann er Rennen. Unter anderem siegte der Österreicher beim Super-G und in der Abfahrt in Kvitfjell Anfang März 2012. in Schladming kam es dann zur Krönung: Im Duell mit den Schweizern Cuche und Kröll reichte Platz sieben beim Finale in Schladming für den Österreicher zum Gewinn des Abfahrts-Weltcups.

Steckbrief
Geboren: 24.04.1980
Nation: Österreich
Heimatverein: Sport-Union Oeblarn (Steiermark)
Größe: 186cm
Gewicht: 96kg
Hobbies: Fahrradfahren, Klettern, Schwimmen
Web: http://www.klaus-kroell.at