Im Herren-Weltcup geht es hoch her: Beim letzten Rennen des Kalenderjahres auf der Stelvio-Piste in Bormio gab es eine extrem spannende Entscheidung. Doch vorab hatte ein Abwesender für Schlagzeilen gesorgt.

Bode Millers Weihnachtsgeschenk
Nachwuchs beim Exzentriker des Ski-Weltcups: Bode Miller hat schon häufiger für seine Tochter Dacey das Renngeschehen hintenan gestellt, am zweiten Weihnachtstag ließ er vermelden, dass es bei Millers wieder Nachwuchs geben wird. Sein Comeback auf der Piste nach Knie-OP (so der offizielle Grund) steht noch aus - ob Bode überhaupt noch einmal im Weltcup antritt, ist wohl völlig offen.   

Zwei Sieger in Bormio
Zurück auf die Rennpiste: In Bormio war Klaus Kröll der Leidtragende des bislang knappsten Rennens der Saison. Mit zwei Hundertsteln Rückstand durfte der Steirer nicht mehr auf's Podium, Platz vier war alles. Wie der 'Depp vom Tag' fühlte sich der ÖSV-Teamleader daher, dabei hatte er eine sehr gute Leistung abgerufen.Um eben zwei Hundertstel schneller war Landsmann Hannes Reichelt, der mit Startnummer 17 die bisherige Bestzeit von Dominik Paris aber auch nur egalisieren konnte - beide ließen sich daher zurecht als Sieger feiern.

Für Reichelt war es das erste wirklich gute Ergebnis der Saison. Er und Kröll wiesen damit wenige Wochen vor der Heim-WM auch die Newcomer im eigenen Team in die Schranken. Puchner, Mayer und Scheiber konnten nicht glänzen, Romed Baumann hingegen schnitt als Achter gut ab. Der Kampf um die WM-Teamplätze bleibt spannend.

Svindal bleibt das Maß der Dinge
Bester Speedfahrer der Saison bleibt aber Aksel Lund Svindal: Der Norweger kam mit 0,01 Sekunden Rückstand auf Rang drei und festigte damit seine Stellung im Abfahrts- und Gesamtweltcup, wo er jeweils ganz oben steht. Dominik Paris hat mit dem Tagessieg und seiner sensationellen Bilanz bei den Heimrennen Rang zwei erobert - muss diesen aber nun bei den Klassikern verteidigen.

Keppler Elfter
Bester Deutscher auf der schweren und langen Piste war Routinier Stephan Keppler. 'Keppes' zeigte mit Rang elf, dass er auf fordernden Pisten glänzen kann und dass die Form trotz der letzten Rückschläge in Gröden stimmt. Der Rest der deutschen Teams verpasste die Punkteränge.

Wieder eine Schlappe für die Schweiz
So langsam gewöhnen sich die Eidgenossen an Rückschläge in Speed-Rennen. Auch in Bormio kam Olympiasieger Didier Defago nicht über Rang 20 hinaus. Allenfalls Nils Mani (27.) darf als Nachwuchsfahrer mit seinem Abschneiden zufrieden sein. Insbesondere für die Heimrennen in Adelboden und Wengen bleibt nur die Hoffnung, dass man irgendwo einen Schalter findet, der sich umlegen lässt.

Nächster Stopp für Damen und Herren ist aber München: Die besten Skifahrer der Welt können trotz der hohen Temperaturen in diesem Jahr tatsächlich am Neujahrstag antreten.