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Ab 2018/2019 auch in Zermatt dynamisches Skipass-Preismodell

22. März 2018 | Skiinfo

Skigebiete in diesem Artikel: Zermatt

Gondel vor dem Matterhorn in Zermatt

Gondel vor dem Matterhorn in Zermatt

Copyright: Zermatt Bergbahnen

Die Zermatt Bergbahnen AG (ZBAG), Betreiber des bekannten Schweizer Skigebiets am Fusse des Matterhorns, und Smart Pricer, Europas führender Anbieter für Dynamic Pricing Software und Beratung im Sport und Entertainment-Bereich, haben gemeinsam ein neues dynamisches Preismodell erarbeitet, welches auf die Wintersaison 2018/19 eingeführt werden soll. Die dynamischen Preise werden anhand von Auslastung, Nachfrage und Buchungszeitpunkt festgelegt.

 

“Mit dem neuen Preismodell möchten wir jene Gäste mit attraktiven Preisen belohnen, die sich schon Wochen oder Tage im Voraus für einen mehrtägigen Aufenthalt in unserem Skigebiet entscheiden. Dies wird uns helfen, unsere Betriebsabläufe besser zu planen und Wartezeiten an Kassen und Liften zu verkürzen.“, sagt Markus Hasler, CEO, der ZBAG.

 

Auf Basis einer umfassenden Analyse der historischen Buchungs- und Verkaufsdaten wurde das neue Preismodell in mehreren Workshops entwickelt. Zur operativen Preissteuerung stellt Smart Pricer der ZBAG ein Business Intelligence-Tool mit Schnittstellen zu Skidata und Google Analytics zur Verfügung. Das BI-Tool zeigt dabei nicht nur historische Daten an, sondern auch aktuelle Buchungs- und Verkaufsdaten in Echtzeit, sowie die zu erwartende zukünftige Nachfrage und Auslastung. Dazu sagt Sandra Stockinger, Leiterin Marketing und Verkauf: „Uns hat Smart Pricers umfangreiche Erfahrung in der Preisoptimierung bei Sport– und Freizeitanbietern wie Hertha BSC Berlin, UCI Kinowelt, dem FC Bayern München Baskets und vielen anderen überzeugt. Mit dem neuen BI-Tool können wir unsere Preise auf Basis einer umfassenden Datengrundlage dynamisch anpassen.“

 

Christian Kluge, Geschäftsführer der Smart Pricer GmbH fügt hinzu, „Dynamic Pricing ist ein aktuell heiß diskutiertes Thema bei Schweizer Bergbahnen. Der Einsatz bei zahlreichen Anbietern im Sport – und Freizeitbereich hat gezeigt, dass damit Nachfrageschwankungen geglättet werden können und Umsätze steigen. Wir freuen uns sehr über die gute Zusammenarbeit mit einer Top-Destination wie Zermatt und sehen auch bei anderen Lift– und Seilbahnbetreibern großes Potential.“

 

Kritik von Konsumentschützern

 

Dass solche dynamischen Modelle positiv für die Skifahrer sind, davon sind vor allem Verbraucherschützer in der Schweiz nicht überzeugt. "Ein flexibles Preismodell ist sehr undurchsichtig. Konsumentinnen und Konsumenten verlieren völlig die Idee, was eine Tageskarte oder eine Bergbahnfahrt kosten. Man kann es nicht mehr vergleichen mit andern Angeboten. Es geht in die Richtung der Telekommunikationsangebote, wo man völlig den Überblick verliert", kritisierte zum Beispiel Sara Stalder, Geschäftsführerin der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz, in einem Interview im SRF (Oktober 2017).

 

Klar ist: Kurzentschlosse Tagesausflügler werden bei dynamischen Preismodellen meist benachteiligt, denn sie kauften bisher sehr kurzfristig ihren Skipass, im Normalfall erst bei Ankunft im Skigebiet. Sie können nun, vor allem bei Modellen, die Auslastung, Wetter und Nachfrage berücksichtigen, kaum noch Preise vergleichen. Und so kann es schon mal eine böse Überraschung geben, wenn man sich nicht frühzeitig über den Preis informiert bzw. das Ticket fix kauft. Ohne Planung geht in diesen Skigebieten also bald nichts mehr. Aber die Modelle, die es übrigens auch bei Flügen, Hotels, beim Online-Shopping oder bei Zugtickets gibt, haben auch gute Seiten: Wer schon Wochen oder Monate vor seinem Besuch das Ticket bucht, kann ebenso sparen wie Skifahrer, die in Skigebieten mit wetterabhängigen Modellen bei Schlechtwetter skifahren gehen - dann kann man nämlich, wie im Skigebiet Belalp im Wallis, bis zu 50% auf den Tagesskipass sparen.


Quelle: http://smart-pricer.com/zermatt-press-release/ / Skiinfo

Bilder & Videos

Zermatt - © Zermatt Bergbahnen
Gondel auf das Rothorn - © Michael Portmann
Zermatt
Frühlingshafte Temperaturen im April 2017 in Zermatt - © Skiinfo

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