Gleich zwei Paukenschläge hörte man in den letzten Tagen aus der Schweizer Ski-Weltcup-Szene: Das Lauberhornrennen in Wengen stand auf der Kippe und in Zermatt könnte ab übernächster Saison erstmals eine Weltcupabfahrt stattfinden.

 

Was ist los in Wengen?

 

Auf und ab, hoch und runter - in Wengen geht es derzeit zur Sache wie am Weltcupwochenende. Das Lauberhornrennen gehört zu den beliebtesten und renommiertesten Abfahrtsrennen der Saison, kurzfristig sah es in der vergangenen Woche aber danach aus, als ob das Rennen im kommenden Winter nicht stattfinden würde. Der Schweizer Ski-Verband hatte nach internen Querelen mit dem Veranstalter über die Finanzierung des Rennens dieses zunächst aus dem vorläufigen Rennkalender streichen lassen.

 

Am Sonntag dann die Meldung, dass der Unternehmer Jörg Moser den Organisatoren 300.000 Franken Kapital zur Verfügung stellt. Der Schweizer Ski-Verband hat seinen Antrag zur Streichung der Rennen nun vorläufig zurückgezogen. Klar ist laut Schweizer Skiverband aber auch: „Trotz des Rückzugs des Antrags, Wengen im Long-Term-Kalender der FIS durch «SUI» zu ersetzen, hält Swiss-Ski noch einmal fest, dass der Schweizer Skiverband die vom Organisationskomitee in Wengen beim Internationalen Sportgerichtshof CAS platzierte Forderung von zusätzlich jährlich 1 Million Franken nicht erfüllen kann und will. Swiss-Ski bietet Hand, wir wollen auch künftig spektakuläre Lauberhornrennen vor einer einmaligen Bergkulisse, aber nicht um jeden Preis, so Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann.

 

Zermatt bringt Weltcup-Pläne an die Öffentlichkeit

 

Ungeachtet vom Austragungsort Wengen, das haben alle Verantwortlichen mehrfach klargestellt, wurde in den vergangenen Tagen Zermatt als neue Station des Alpinen Weltcups ab der Saison 2021/2022 ins Spiel gebracht. Initiiert wurde die Idee von Franz Julen und seinem Team der Zermatter Bergbahnen, die ersten Pläne stammen allerdings von den Verantwortlichen der Bergbahnen von Cervinia-Breuil. „Nach zwei Sekunden wussten wir: Das ist die Idee, so Franz Julen.

 

Möglich wird die Erschließung der geplanten Rennstrecke mit dem Neubau der Gondel von Testa-Grigia zum Klein Matterhorn, die das nächste große Projekt in Zermatt ist. Die Rennstrecke soll dann in 3899 Meter Höhe oberhalb des Klein Matterhorns an der Gobba di Rollin starten und zum Laghi Cime Bianchi auf italienischer Seite führen. 2/3 der rund fünf Kilometer langen Strecke, die Zermatt zur längsten Weltcup-Abfahrt im Zirkus machen würde, wäre demnach auf italienischem Boden, 1/3 auf der Schweizer Seite. Möglich wäre die Terminierung des Rennens aufgrund der Höhenlage (Ziel auf 2814 m.ü.M.) schon im November. Dann hätte Zermatt genug Kapazitäten, genug Schnee, Platz im Rennkalender gäbe es auch und der Weltcup-Zirkus könne um ein Rennen mit grandioser Kulisse erweitert werden, so Franz Julen gegenüber BLICK.