Kampf den Schmerzen: Nie wieder Probleme mit neuen Skischuhen

Magazine Ratgeber Kampf den Schmerzen: Nie wieder Probleme mit neuen Skischuhen

Eine neue Ausrüstung ist immer aufregend. Schnell soll das Loch im Geldbeutel vergessen werden, doch dafür muss mit dem neuen Material auch alles stimmen. Bei Ski oder Boards erweist sich der Neueinstieg meistens als unproblematisch, mit ein wenig Eingewöhnung passt man seine Fahrweise recht einfach an die Eigenschaften des neuen Gleitgeräts an. Bei Skischuhen sieht das allerdings etwas anders aus. Wir haben für euch ein paar Tricks aufgelistet, um Schmerzen mit den neuen Skischuhen zu vermeiden.

Wo entstehen die häufigsten Schmerzen mit den neuen Skischuhen?

  1. Blasen an der Ferse: Zu wenig Halt im Fersenbereich können zu schmerzenden Blasen führen. Daher wird entweder ein Fersenpolster im Innenschuh empfohlen, oder bei der Anpassung den Außenschuh im Fersenbereich enger zu gestalten.
  2. Blasen an der Wade: Bei einem zu engen Schaft des Skischuhs, können am Ansatz des Wadenmuskels Blasen entstehen. Zur Vorbeugung kann mit Hilfe der Cantingschraube der Neigungswinkel des Schafts verändert werden um den Druck von der Wade zu nehmen. Des weiteren kann der Schaft abgeschliffen und das Klettband nach weiter unten versetzt werden.
  3. Blasen am Ballen oder Zehen: Die Außenschale sollte erweitert werden, dadurch wird Druck vom Vorderfuß genommen.
  4. Scheuern am Knöchel:  Wenn der Außenschuh zu eng oder zu weit ist kann es Probleme am Knöchel geben. Eine individuelle Anpassung kann hier Abhilfe verschaffen.
  5. Druck am Fußrücken: Wenn der Schuh zu groß ist und als Folge die Schnallen zu eng geschlossen werden, kann dies zu einem Druck am Fußrücken führen. Denn dadurch wird der Schuh flacher. Als Lösung kann die Zunge im Fußrücken-Bereich des Innenschuhs angepasst werden. Es können auch Einlegesohlen verwendet werden. Bei den Sohlen sollte jedoch beachtet werden, dass diese nur unterstützend und nicht orthopädisch sein dürfen.
  6. Druck am Schienbein: Druck am Schienbein kann die Folge eines zu weiten Schafts sein. Durch das Aufdoppeln der Zunge vom Innenschuhs kann dieses Problem behoben werden. Auch der Einbau eines Spoilers an der Wade kann den Schaft enger gestalten.

1. An die Skischuhe gewöhnen

Schon beim Kauf im Skischuhgeschäft kann man auf vieles achten, damit der erste Skiurlaub mit den neuen Schuhen nicht zum Fiasko wird. Hat man sich für ein Paar entschieden, sollte man die Schuhe nicht bis zum ersten Skitag im Keller stehen lassen. Denn: Am besten gewöhnt man sich schon zuhause an seine neuen Skischuhen. Niemand möchte den ersehnten Urlaub antreten und schon nach dem ersten Tag, Schmerzen mit den neuen Skischuhen haben. Wenn man über ein paar Tage die Skischuhe am Abend mal anzieht, sie fest zu schnallt und eine Stunde lang anbehält, vermeidet man Überraschungen. Währenddessen kann man kochen, etwas lesen oder sich einfach hinstellen und das Gewicht von vorne nach hinten verlagern. Bewegt dabei die Zehen, so viel ihr könnt und seid möglichst aktiv in eurem neuen Stiefel.

2. Skischuhe erweitern sich automatisch

Brandneue Skischuhe schnüren gerne mal die Blutzirkulation ab, oft werden die Füße taub und schlafen ein. Das muss nicht zwangsläufig so sein, durch eine gutes Bootfitting sollte der Schuh heutzutage eigentlich von Anfang bereits gut passen. Allerdings: Wenn sich der Schuh schon frisch aus dem Karton „super bequem“ anfühlt, ist das meist auch nicht ganz richtig. Denn ohne Frage wird es so sein, dass sich der Skischuh, egal ob im Originalzustand oder schon an euren Fuß angepasst, noch etwas erweitern wird.

Der Innenschuh lässt etwas nach, die Schale wird etwas weicher, da will man nicht unbedingt schon am Anfang der Tragedauer ein etwas zu schwammiges Gefühl im Schuh haben. Besser ist es, wenn der Schuh am Anfang extrem eng ist, fast schon an der Schmerzgrenze. Dann kann man sicher sein, dass der Schuh später nach ein, zwei Jahren nicht zu labberig am Fuß sitzt. Wenn der Schuh also beim Eintragen sehr eng sitzt, vielleicht sogar mal die Blutzufuhr etwas abschnürt: Haltet es aus, denn der Schuh wird sich noch etwas erweitern.

Bootfitting mit Tecnica.
Bootfitting mit Tecnica. | ©Skiinfo

3. Ausreichend Zeit mit neuen Skischuhen einplanen

Je mehr Zeit ihr vor der Skisaison in euren Skistiefeln verbringt, desto weniger Schmerzen mit den neuen Skischuhen bekommt ihr. Denn mehr Zeit bedeutet eine bessere Eingewöhnung eurer Füße an den neuen Schuh. Der Fersenbereich wird im Laufe der Zeit etwas absinken, dadurch bekommen die Zehen mehr Platz, der Fuß insgesamt hat mehr Raum. Nach der ersten Phase solltet ihr genau beobachten, ob es noch Druckstellen gibt, die Schmerzen hervorrufen. Ist das der Fall, vielleicht am Spann, am großen Zeh oder an der Ferse, sollte man sich die Stellen und das Gefühl genau notieren. Danach sollte lieber noch einmal der Weg ins Geschäft gesucht werden, wo der Schuh gekauft wurde.

Entweder verfügt der Händler selbst über entsprechende Tools, um den Schuh nochmal anzupassen, oder er kann die Schuhe einschicken und bearbeiten lassen. Je nach Modell kann man den Innenschuh noch nachformen. Die Außenschale kann auch einer Thermoverformung unterzogen werden. Bei der Thermoverformung wird mit einem Spezialgerät im Fachgeschäft der Schuh erwärmt und man bleibt ungefähr 30min im Schuh stehen. Danach muss der Schuh 12 – 24 Stunden ruhen um sich abzukühlen. Manchmal helfen aber auch schon spezielle Einlegesohlen. Viele Geschäfte machen übrigens beim Kauf einen Abdruck der Füße, bei dem die Gewichtsverteilung exakt bestimmt werden kann. Druckstellen können so vermieden bzw. später beseitigt werden.

4. Richtige Lagerung

Was kann man noch tun, damit die gekauften Skischuhe auch wirklich ein Gewinn für den Skiurlaub sind? Wichtig ist auf jeden Fall auch die richtige Lagerung. Damit der Skischuh zwischen Kauf und Skiurlaub nicht an Spannung und Form verliert, sollte er trocken bleiben. Zudem sollte der Schuh mit geschlossener Schnalle gelagert werden.

Wir wünschen viel Spaß mit den neuen Skischuhen und hoffentlich schmerzfreie Füße!

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