Ostern im Schnee: Hat der Winter einen langen Atem?

Magazine Wettervorhersage Ostern im Schnee: Hat der Winter einen langen Atem?

Die Osterferien stehen vor der Tür und in der Karwoche stellt sich eine sehr milde Wetterlage ein. Ist der Osterskiurlaub jetzt in Gefahr? Wo sind die Schneebedingungen noch gut?

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Die Wetteraussichten zu Ostern – nochmal etwas Neuschnee?

Das Hoch was uns in der Karwoche begleitet bleibt auch zu Ostern noch wetterbestimmend. Es ist also mit keiner durchgreifenden Wetteränderung zu rechnen. Die Position des Hochs verschiebt sich jedoch ein wenig, sodass von Nordeuropa noch einmal ein Schwall kalter Luft die Alpen erreicht.

Die Wetterlage am Ostersonntag: An der Ostflanke des Hochs über Norddeutschland gelangt nochmal etwas kühlere Luft in den Alpenraum. Größere Niederschläge sind damit aber nicht verbunden.  Bildquelle: www.wetterzentrale.de 

 Besonders Österreich könnte davon betroffen sein. Dichtere Wolken, kühlere Luft und vielleicht stellenweise sogar etwas Schneefall sind hier an Ostern möglich. Je weiter man in die Westalpen schaut, z.B. in den Schweizer Alpen, desto unwahrscheinlicher wird hier ein „echter Kaltlufteinbruch“. Hier bleibt es wohl bei einem Sonne-Wolken-Mix und der Jahreszeit angemessenen Temperaturen.  

Allerdings sollte man hier die Lawinengefahr im Auge behalten. Aktuell (Dienstag, 12.4.) gilt von den Schweizer Alpen bis zu den französischen Alpen Lawinenwarnstufe 3 – erhebliche Gefahr. Auch in Tirol ist die Lawinengefahr am Nachmittag aufgrund der Sonneneinstrahlung mäßig. Die Einstrahlung sorgt für eine Erwärmung und somit Durchfeuchtung der Schneedecke. Die Festigkeit der Schneedecke geht verloren und die Lawinengefahr steigt an – eine typische Situation für das Frühjahr.  

Die aktuelle Schneelage

In den Alpen liegt oberhalb von 2000 Metern noch einiges an Schnee. Dafür hat zuletzt auch der kalte Aprilstart gesorgt. Diese Schneedecke hält sich auch bis Ostern noch. In diesen folgenden Skigebieten ist also eine Schneedecke zu Ostern sicher.

ALPEN

Loser-Altausee: 280 cm (im Tal 25 cm)

Sölden: 295 cm (im Tal 78 cm)

Zell am See – Kaprun: 245 cm (im Tal 15 cm)

Saas-Fee: 240 cm (im Tal 20 cm)

Mölltaler Gletscher: 160 cm

Stubaier Gletscher 260 cm (im Tal 20 cm)

St. Anton am Arlberg: 300 cm (im Tal 50 cm)

Planneralm: 146 cm (im Tal 128 cm)

Zermatt: 148 cm (im Tal 20 cm)

Davos Klosters: 185 cm (im Tal 41 cm)

Saalbach Hinterglemm: 100 cm (im Tal 40 cm)

Riesneralm: 110 cm (im Tal 35 cm)

Oberstdorf – Kanzelwand: 80 cm (im Tal 30 cm)

St. Moritz: 98 cm (im Tal 50 cm)

Kitzbühel: 91 cm (im Tal 51 cm)

Ischgl: 80 cm (im Tal 0 cm)

Seiser Alm: 30 cm (im Tal 20 cm)

In den Alpen ist es unwahrscheinlich, dass alles über 1,5 Meter Schneedecke bis Mitte April komplett wegtaut. In den Mittelgebirgen sieht es allerdings schon anders aus. Hier könnte die milde Witterung im März dem Schnee ordentlich zusetzen. Man ist hier also auf Nachschub angewiesen.

 

Mildes Frühjahr

Der deutsche Wetterdienst rechnet mit einem leicht zu milden Frühjahr (+0,5 bis +1 Grad, März-Mai) während die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik für Österreich eine 40%-tige Chance für einen überdurchschnittlich warmen April sieht. Der Schweizer Wetterdienst gibt nur eine Prognose für den März heraus, welcher demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50% zu mild ausfallen soll.

 

Fazit

In den zentralen Alpen Österreichs und der Schweizer ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich die Schneedecke bis Ostern hält. In der zweiten Märzhälfte und Anfang April kann nochmal neuer Schnee dazu kommen. In den Südalpen war der Winter sehr schneearm, weshalb hier die teils nur dünne Schneedecke schneller wegtauen kann.

In den Mittelgebirgen unter 1000 Metern ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke in den Osterferien schon geringer. Der Winter war nicht sonderlich schneereich und jetzt deutet sich im März eine sehr milde Phase an. Hier ist man also entweder auf späten Wintereinbruch oder eben Kunstschnee angewiesen.

 

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