Die dritte Folge des Themenspecials "Höhenkrankheit & Höhentraining" soll euch Tipps für eure anstehende Höhentour geben. Bisher haben wir in den Folgen 1 und 2 unter anderem erklärt, welche Formen der Höhenkrankheit es gibt, wie ihr euch am Berg am besten akklimatisiert und welche Taktik ihr wählen solltet, um Problemen zu entgehen.

Nun geht es an die konkrete Vorbereitung einer Höhentour: Was brauche ich auf einer Höhentour, wie organisiere ich mich selbst, welche Ausrüstung brauche ich? Oder an wen wende ich mich, wenn ich keine Zeit für Selbstorganisation habe, sondern eine der zahlreich angebotenen Touren buchen möchte?

Organisierte Reise oder auf eigene Faust?

Die meisten Outdoorsportler, die sich entschließen, eine Höhentour zu unternehmen, wenden sich an einen Reiseveranstalter und buchen eine geführte Tour nach Nepal in den Himalaya, zum afrikanischen Kilimanjaro oder in die Anden. Solche Touren sind meist sehr gut organisiert und ermöglichen den Teilnehmern die vollständige Konzentration auf das Gipfelziel. Es gibt viele Bergführer und Unternehmen, die Bergtouren anbieten, sich um Genehmigungen, Ausrüstung und Verpflegung kümmern und dem Reisenden größtmöglichen Komfort versprechen. Am Ende dieser Folge findet ihr einige Adressen, an die ihr euch wenden könnt, um euren Traum vom Höhenbergsteigen zu verwirklichen. Aber auch die Selbstorganisation lässt sich mit etwas Zeitaufwand gut bewerkstelligen.

Planung ist alles

Ein Großteil der selbstorganisierten Touren scheitert an einer unzureichenden Planung und Vorbereitung. Insbesondere bei der Planung von Reisedauer und Reiseprogramm sollte man sich nicht zuviel zutrauen, sondern eher vorsichtig planen. Nehmt euch nicht zu viel vor, denn dann setzt ihr euch selbst unter Druck! Auch der Termin der Reise sollte gut durchdacht sein, denn an den meisten Bergen gibt es gute und weniger gute Reisezeiten. Wichtig sind zudem: Anreise, Transport, Navigation, Genehmigungen, Notfallplanung, Kommunikation, Wetterbeobachtung und natürlich Verpflegung/Ausrüstung.

Was oftmals vergessen wird: der menschliche Faktor spielt beim Bergsteigen eine große Rolle. Nur mit einem verantwortungsbewussten, eingespielten, gut organisierten und in etwa gleichstarken Team ist eine erfolgreiche Besteigung von hohen oder anspruchsvollen Bergen möglich. Auch die Gruppengröße sollte gut durchdacht werden: Je mehr Bergsteiger mitgehen, desto umfassender wird die Planung und desto mehr Probleme können auftreten. Seid ihr nur mit wenigen Leuten unterwegs, müsst ihr euch jedoch klar machen, dass jeder Teilnehmer umso mehr Aufgaben erfüllen muss. Natürlich dürfen auch die körperlichen Voraussetzungen nicht vernachlässigt werden - ohne Ausdauer, Kraft und die richtige Atemtechnik bringt euch selbst die beste Planung nichts!

Ernährung und Ausrüstung

In unseren Ausrüstungstipps für Höhenbergsteiger bekommt ihr einen guten Überblick über die von euch benötigte Ausrüstung. Insbesondere bei der Bekleidung, Schuhwerk, Schlafsack und Zelt solltet ihr nicht sparen und sich verdeutlichen, welche Auswirkungen falsche Entscheidungen bei der Vorbereitung haben. So kann zum Beispiel ein falscher Schlafsack (keine Daunen, zu geringer Wärmespeicher) zur Auskühlung und Schlafproblemen führen und einen Erfolg am Berg stark gefährden. Falsches Schuhwerk und Fehlplanungen bei der Kleidung sind im Vorlauf einer Expeditionstour auszuschließen. Lasst euch beim Kauf eurer Bergschuhe in einem Fachgeschäft beraten und lauft diese dann an mehreren Tagen ein! So vermeidet ihr Blasen und Druckstellen, die euch am Berg unnötig belasten, von eurem Ziel ablenken und zu allem Überfluss auch noch schlecht abheilen.

Je nach Beschaffenheit des von euch anvisierten Berges werden weitere Ausrüstungsgegenstände benötigt. So sind fast immer ein Eispickel, Steigeisen, Helm und eine leistungsstarke Stirnlampe (!) empfehlenswert. Ein Navigationsgerät, Satellitentelefon, Rucksack mit Getränkebeutel, Gaskocher und ggf. ein Sauerstoffgerät sollten ebensowenig fehlen wie die bergsteigerspezifischen Gegenstände: Reepschnur, Karabiner, Seil, Brust- und Hüftgurt. Diese Liste solltet ihr an die Beschaffenheit des Berges anpassen, darauf abstimmen und ergänzen.

Reiseapotheke

Falscher Ehrgeiz führt auf einer Höhentour meist zu ernsthaften Verletzungen, Krankheiten oder Gefährdungen der Gesundheit. Selbst kleinste gesundheitliche Probleme, sei es eine aufgescheuerte Stelle oder ein Kratzen im Hals, sollten daher nicht missachtet werden - auch, weil sie in der Höhe schlecht abheilen. Magenschmerzen - aufgrund unzureichender Wasseraufbereitung oder ungewohnten Essens - und Kopfschmerzen sind häufig zu beobachtende Probleme im Hochgebirge, auf die ihr vorbereitet sein solltet.
Es folgt eine Liste mit Dingen, die in eurer Reiseapotheke auf einer Höhentour nicht fehlen sollten - wir empfehlen allerdings eine umfassende Beratung durch einen Höhenmediziner oder bestenfalls eure Tour mit einem solchen zu planen.

Medikamente und weitere Hilfen am Berg

- Ibuprofen (Höhenkrankheit)
- niedermolekulare Dextrane, Azetylsalizylsäure (örtliche Erfrierungen)
- Glukose (Erschöpfung)
- Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Magenerkrankungen
- Mittel gegen Husten, Schnupfen, Halsschmerzen
- Antibiotika
- Mittel gegen Sonnenbrand
- Salbe gegen lokale Infektionen
- Dreiecktücher
- elastische Binden
- Wundpflaster
- Desinfektionsmittel
- Taperollen
- Leukoplast
- Gipsbinden
- Kälteschutzfolien
- Wärme- und Kältepackungen
- Schere
- Einmalhandschuhe
- Pulsoxymeter
- Noscapin (gegen Höhenhusten)
- Diamox (bei erhöhter Anfälligkeit für Höhenkrankheit)
- Nifedipin und Dexamethason (Höhenhirn- und Höhenlungenödem; nur in Absprache mit einem Höhenmediziner verwenden)

Diese Liste ist nicht als vollständig zu betrachten, sondern soll euch einige Anhaltspunkte geben, an denen ihr euch bei der Zusammenstellung eurer Reiseapotheke orientieren könnt.

Linktipps zu Reiseveranstaltern

Die eigenständige Planung einer Höhentour ist, wie bereits erwähnt, sehr zeitaufwendig. Nicht nur die Zusammenstellung der Ausrüstung, sondern insbesondere die Besorgung der notwendigen Einreisevisa und Genehmigungen kann Nerven kosten. Für viele Bergsportinteressenten ist daher die Reisebuchung bei einem der folgenden Anbieter die bessere Alternative:
- DAV Summit Club
- Hauser Exkursionen
- Amical Alpin
- Climbing Ecuador
- Nirvana Reisen
- Manakamana Expeditionen Nepal
- Intakt Reisen

Quellen:
- www.trekkingchile.com
- www.hauser-exkursionen.de
- http://kvfl.com

- Berghold/Schaffert: Handbuch der Trekkings- und Expeditionsmedizin, 6. Aufl, 2004