In einem Interview mit Volker Hölzl sprachen wir über die Freeride Camps, die Arbeitsweise seines Teams und die Möglichkeiten trotz des warmen Winters, doch noch ein schönes Plätzchen zu finden, an dem man seinem Hobby nachgehen kann.

Frage: Viele stellen sich gerade in diesem Winter die Frage, ob man derzeit überhaupt Freeriden kann - wie läuft Eure 'Schneesuche' ab, dass ihr dennoch ein tolles Campangebot machen könnt?
Volker Hölzl: Auf den ersten Blick glaubt man ja wirklich, dass man in ganz Österreich nicht Ski fahren kann. Aber wenn man sich, wie wir es tun, genau mit der Schneelage beschäftigt, dann sind genug Berge und Gebiete zu finden, wo es ausreichend Schnee gibt, um offpiste zu fahren bzw. freeriden zu gehen.
Die Schneesuche läuft bei uns so ab, dass meine zwei staatlich geprüften Guides und ich schon am Vorabend eines Skitages die allgemeine Wetterlage checken und mit Leuten reden, die wir in ausgewählten Skigebieten kennen. So wissen wir vorweg, wie es aussieht. Zusätzlich fließen unsere Erfahrungen der Vortage mit ein. Am Morgen eines Skitages checken wir wieder jeder für sich das Wetter, die Lawinenlage, telefonieren mit unseren "Ratgebern" und schauen uns die ersten Bilder der Panoramakameras im Kabelfernsehen an. Um 8:00 Uhr telefonieren wir uns zusammen und entscheiden uns, wohin wir fahren werden. Um 8:30 Uhr steht dann das Taxi vor dem Hotel und ab geht’s mit den Leuten ins Skigebiet.

Frage: Welcher logistische Zusatzaufwand steckt heuer für Euch dahinter?
Hölzl: Heuer ist der Aufwand im Vergleich zu den letzten Jahren in der Vorbereitung größer. Ein wesentliches Tool in der Planung eines Freeride-Tages ist für uns das Internet. Ich zum Beispiel schaue mir laufend das Satellitenbild von Europa an, um einen Eindruck zu bekommen, wie sich die Wetterlage langfristig entwickelt und wie die allgemeinen Windströmungen verlaufen. Anhand dieses ersten Eindrucks studiere ich in der Früh, so ab 7:00 Uhr, wenn es die ersten Daten der Wetterstationen in den Ostalpen gibt, die unterschiedlichsten Wetterseiten. Vom Wetterdienst der Österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) über die Seiten des Alpenvereins in Innsbruck bis hin zu den regionalen und spezifischen Wetterseiten des ORF mit Berg- und Winddaten.
Danach steht die Studie der Panaromabilder der Wetterkameras der Skigebiete am Programm. Bei mir zuhause in Zell am See haben wir im Kabelfernsehen direkten Zugriff auf die Kameras der Europasportregion Zell am See - Kaprun mit Kitzsteinhorn und Schmittenhöhe, des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang, von Hockrimml - Königsleiten und vom Wildkogel in Bramberg. Dadurch habe ich den direkten Blick auf die Berge und sehe wie das Wetter zum aktuellen Zeitpunkt aussieht.
Als Dritte und zusätzliche Entscheidungshilfe dienen mir Anrufe bei den Büros der Skilifte. Ab 8:00 Uhr bekomme ich die ersten Auskünfte darüber, welche Lifte geöffnet haben, sollte es stürmen oder stark schneien.
Nachdem auch meine beiden Guides ihre Recherche mittels Internet, Fernsehen und Anrufen bei ihren Ratgebern abgeschlossen haben, entscheiden wir nach kurzer Absprache, wohin es geht. Beim letzten Freeride Experience Termin Ende Januar war uns die Recherche eine große Hilfe. Zum Start des Skiwochenendes am Freitag waren wir vom großen Schnee, den es in Südösterreich gegeben hat, auf der Nordseite des Alpenhauptkammes abgeschnitten und die Niederschläge fielen aus. Wir haben aber in Erfahrung gebracht, dass es in Sportgastein, das ganz nah am Tauernkamm liegt, eine Menge an Schnee gemacht hat, den es von der Südseite der Hohen Tauern herübergedrückt hat. So entschieden wir kurzerhand, mit dem Shuttle dorthin zu fahren. Glück hatten wir auch noch, denn es hatte Sonnenschein und circa 30 Zentimeter Pulverschnee und unverspurte Hänge. Wir waren zum Teil die Ersten offpiste und konnten uns austoben. Das Wochenende war somit schon am ersten Tag gerettet.

Frage: Was zeichnet Euch und Eure Art der Abwicklung der Freeride Camps eigentlich aus?
Hölzl: Dass wir einen direkten Draht nach oben haben. Die Freeride Experience ist offzieller Partner von Frau Holle. Wir kennen sie persönlich. Darum wissen wir wo der Winter ist.
Ganz ehrlich: Meine beiden Guides und ich sind mit vollem Herz bei der Sache. Uns geht es darum, dass unsere Gäste ein außergewöhnliches Erlebnis haben und wiederkommen. Darum nehmen wir einerseits die Sache mit der Recherche sehr genau und andererseits fahren wir selbst gern Ski und glauben zu wissen, was unsere Gäste wollen. Außerdem haben wir eine Verantwortung den Leuten gegenüber und wollen ihnen ein herausforderndes aber sicheres Wochenende bieten.

Frage: Wie bewertest Du den bisherigen Saisonverlauf?
Hölzl: Von den drei geplanten Terminen im Januar habe ich zwei durchführen können. Für mein Empfinden ist es heuer natürlich ein außergewöhnlich armer Winter, aber das kann man eh nicht ändern. Für die schlechte Schneelage bin ich aber noch recht zufrieden. Es hätte noch schlechter kommen können. Wir haben bei den beiden Terminen immer ausreichend Schnee gehabt und unsere Hänge gefunden. Insbesondere beim zweiten Termin waren wir powdermäßig über den Erwartungen. Außerdem waren meine Gäste immer positiv überrascht von der Schneelage und hoch erfreut.

Frage: Wer jetzt Lust hat - wie kann er bei Euch buchen und welches Camp steht als nächstes an?
Hölzl: Jetzt zur Hochsaison in den Skigebieten mache ich mit der Freeride Experience einen Monat Pause. Los geht es wieder Anfang März, wenn es wieder ruhiger wird in den Skigebieten. Den nächsten Termin gibt es vom 08. bis zum 11. März 2007. Da sind noch einige Plätze frei. Zu buchen ist die Freeride Experience ganz einfach. Schau vorbei auf der Website: www.freeride-experience.at und schick mir ein Mail mit deinem Wunschtermin. Die dreitägige Freeride Experience mit Guide, komplettem Freeridematerial von Blizzard, Sicherheitsausrüstung von Mammut und Taxishuttle gibt es um € 249,-. Wir wissen wo der Winter ist.