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Skifahren mit gutem Gewissen: Winterspaß im Einklang mit der Natur

4. Januar 2018 | Skiinfo

Skifahren mit gutem Gewissen: Winterspaß im Einklang mit der Natur- ©fotolia.de, mmphoto (#137138691)

Das Naturerlebnis gehört zum Skiurlaub dazu. Wer es erhalten möchte, sollte seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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Skifahren ist der Wintersport Nummer eins für viele Menschen. Dabei geht es nicht nur darum, sich einfach auf zwei Brettern durch den Schnee und den Abhang hinunter zu bewegen und sich sportlich auszutoben. Es geht um noch viel mehr. Denn Skifahrer, die seit Jahren bei ihrem Hobby geblieben sind, genießen ganz einfach die Zeit in den beeindruckenden Bergkulissen etwa der Alpen, das Beisammensein und gemeinsame Erleben an der frischen Luft.

Leider aber ist gerade auch diese Alpenlandschaft nicht mehr genau das, was sie früher einmal war. Denn seit jeher verändert der Mensch sie durch sein Eingreifen, verformt sie und zerstört sie in Teilen auch. Landwirtschaftliche und touristische Nutzung bleiben nun einmal nie folgenlos. Damit nicht noch mehr Bäume entwurzelt werden, Planierraupen wie fremde Wesen den Lebensraum vieler Tiere zerstören und wir Menschen uns letztlich mit alldem nicht auch noch selbst schaden, kann jeder einzelne Skifahrer seinen Teil zum Erhalt der Natur im Winterurlaub beitragen. Wir zeigen, ob und wie nachhaltiger Skitourismus und Winterspaß im Einklang mit der Natur überhaupt noch möglich sind.

 

Wintersport ohne Schnee: Skispaß in Zeiten des Klimawandels

In vielen Skigebieten der Erde ist die Welt im Winter noch in Ordnung: Meterhoher Pulverschnee, riesige weiße Pisten, friedvolle Natur – alles sieht aus, wie seit vielen Jahren. Doch eine Studie, die 2016 im Fachblatt „The Cryosphere“ erschien, bringt schlechte Neuigkeiten: Die Forscher vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos berichten, dass die Wintersportidylle und der Skispaß in vielen Regionen vor allem auch der Alpen langfristig in Gefahr ist. Zum Ende des Jahrhunderts, so diese und viele andere Studien, sei mit einem deutlichen Schneerückgang zu rechnen. Selbst wenn es gelänge, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, würde die Schneemenge um ganze 30 Prozent sinken.

Sollten die Menschen den Klimawandel allerdings weiterhin immer noch größtenteils ignorieren oder sich keine Mühe geben ihm entgegenzuwirken, indem sie ihren CO2‑Ausstoß verringern, könnte bis zum Ende des Jahrhunderts sogar 70 Prozent weniger Schnee liegen als zurzeit. Aktuell ist der Skispaß also zwar oft nur leicht eingeschränkt zu erleben, in Zeiten der über- oder überübernächsten Generation jedoch könnte es sein, dass Wintersport zu einem Relikt aus alter Zeit wird.

Besonders vom Klimawandel bedroht sind die Gebiete unter 1.200 Metern. Bewahrheiten sich die Prognosen der Studie aus Davos, müssten diese Skigebiete, die vornehmlich am Nordrand der Alpen, in Slowenien sowie in Ober- und Niederösterreich liegen, im Jahr 2100 ohne Naturschnee auskommen. Lediglich mit Kunstschnee wäre es möglich, diese Gebiete weiterhin zu betreiben, wobei auch hier Probleme wie die Hangausrichtung bestehen bleiben. Außerdem funktionieren viele herkömmliche Schneekanonen erst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.


Intakte Bergidylle?

Auch die Optik der Bergidylle an sich trügt. Den meisten Skiurlaubern ist nicht bewusst oder sie vergegenwärtigen sich nur sehr selten, dass eine Piste, so wie sie befahrbar ist, natürlich immer künstlich geschaffen werden muss. Gehen alte Skipisten im Laufe der Jahre verloren, weil die dort benötigten Schneemengen aufgrund der Klimaerwärmung einfach nicht mehr zur Verfügung stehen, war nicht nur das für sie gebrachte Opfer der Natur umsonst, es werden vielmehr eventuell neue Pisten in höhergelegenen Regionen gebaut.

Jeder Bau einer Piste stellt einen massiven Eingriff in die Natur dar: Oft müssen mehrere Kilometer Wald gerodet werden, Vegetation wird zerstört, Bäume samt ihrer Wurzel herausgerissen. Waldboden wird planiert, manchmal müssen Felsen gesprengt und schlimmstenfalls sogar Flüsse umgeleitet werden. Durch das Planieren wird außerdem der Boden so stark verdichtet, dass das Regenwasser nicht mehr richtig aufgesaugt wird. Das führt nicht nur zu mehr Überschwemmungen; fließt der Regen den Hang hinunter, nimmt er Erde mit sich und sorgt damit für stärkere Erosion, Schlamm- sowie Gerölllawinen. Zusammen mit der Rodung der Wälder steigt damit die Lawinengefahr.

Meistens bleibt es dabei nicht, da zusätzlich zu einer Piste Parkplätze, Hotelanlagen, Zubringerstraßen, Gondeln und Lifte gebaut werden. Mit den Einschnitten in die jeweiligen Gebiete werden nicht nur die Landschaften, sondern damit gleichsam auch der Lebensraum der dort beheimateten Tiere zerstört. Je weniger neue Pisten also gebaut werden müssen, desto besser.

Schneekanonen benötigen viel Energie und Wasser. Sie sollten vermieden werden, wo man sie eigentlich nicht braucht.  - © fotolia.de, GH Waldhart (#143333221)

Schneekanonen benötigen viel Energie und Wasser. Sie sollten vermieden werden, wo man sie eigentlich nicht braucht.

Copyright: fotolia.de, GH Waldhart (#143333221)
 

Die große Frage nach dem Schnee

Bereits jetzt müssen tiefergelegene Skigebiete oftmals mit Hilfe von Schneekanonen in Betrieb gehalten werden. Je schneller der Klimawandel voranschreitet, desto häufiger werden auch in höhergelegenen Regionen Schneekanonen zum Einsatz kommen müssen. Diese Schneekanonen verbrauchen nicht wenig Wasser und Energie und stellen damit zusätzlich eine Umweltbelastung dar.

Denn für den Betrieb der Kanonen müssen in Reichweite der Skipisten eigens Speicherseen angelegt werden. Pro Hektar verbraucht die künstliche Pistenbeschneiung jährlich knapp eine Million Liter Wasser. Eine Großstadt wie Hamburg hat in etwa den gleichen jährlichen Bedarf. Die Folgen für die Landschaft sind drastisch: So führen mehrere Flüsse in den Alpen beispielsweise schon bis zu 70 Prozent weniger Wasser als vor der Einführung der Schneekanonen.

Künstlicher Schnee ist außerdem deutlich dichter, als natürlicher Schnee. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff an die Erde, was ein Problem für die gesamte Vegetation unter der Schneedecke darstellen kann.

 

Nachhaltige Urlaubsplanung

Die Frage, die aus dem Problem mit dem Schnee für jeden resultieren sollte, muss folgerichtig lauten: Wie kann ich meinen Teil zum Erhalt der Natur in Skigebieten beitragen? Wer nicht gänzlich auf den Wintersport verzichten will, sollte sich darüber Gedanken machen. Das Ganze beginnt bereits bei der Planung des Urlaubs:

Warum unbedingt zur Hauptsaison Skifahren gehen? Im ein oder anderen Skigebiet finden zur Hauptsaison vielleicht die besseren Après-Ski-Partys statt, viel mehr Vorteile allerdings hat eine Hauptsaison nicht. Und im Grunde soll es dabei ja um den Sport gehen und nicht um die Feierei und den Alkoholkonsum.

Die Nebensaison dagegen hat zwei Vorteile: Zum einen sind die Skipässe sowie die meisten Hotels dann deutlich günstiger und zum anderen lässt sich die Belastung durch zu große Touristenmassen besser verhindern. Je mehr Leute also seltener in den Winterurlaub fahren und je mehr Leute sich für ungewöhnlichere Zeitpunkte, in denen dennoch genügend Naturschnee in hohen Skigebieten liegt, entscheiden, desto besser für Geldbeutel und Umwelt.

In kleineren Skigebieten sind die Eingriffe in die Natur durch Liftanlagen und Beschneiungsanlagen oft noch nicht ganz so drastisch, wie in den bekanntesten und beliebtesten Skigebieten. Darüber hinaus ist es meist günstiger, sich für eines der kleineren Gebiete zu entscheiden. Nicht nur Liftkarten sind dort billiger, auch die Kosten für Hotel oder Anreise sind dank großzügiger Angebote meist niedriger. Außerdem eignen sich die kleineren Skigebiete besonders gut für Familien, da sie überschaubarer, gemütlicher und nicht selten auch speziell für Familienurlaube ausgelegt sind.

Bestimmte Anbieter von Unterkünften oder andere Dienstleister vor Ort sowie ganze Skigebiete und Regionen achten auf Nachhaltigkeit und auf Umweltschutz trotz Skiurlaub. Wer seinen Teil dazu beitragen will, dass auch in fernerer Zukunft noch Skifahren in schöner Naturlandschaft möglich ist, sollte versuchen bereits bei der Planung nach diesen Anbietern Ausschau zu halten. Beispiele, welche davon sich inwiefern als nachhaltiger und empfehlenswerter erweisen, finden sich unter anderem im nachfolgenden Abschnitt.

 

Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Skiurlaub

Umweltfaktor Nummer eins: Transport

Nicht nur die Lawinen, die vom Berg hinunterkommen sind ein großes Problem, auch die Lawinen, die sich in der Skiurlaubsaison zum Berg hinbewegen, machen der Umwelt, den Tieren und letztlich auch den Menschen zu schaffen. Die Rede ist von den Lawinen aus Blech, den unzähligen Autos und den Reisebussen, die sich spätestens kurz vor Weihnachten jährlich in Richtung der Skigebiete schieben. Staus und stundenlanges Schleichen in dichtem Schneetreiben kosten Anreisende viele Nerven, bevor es endlich auf die Piste geht und schaden der Umwelt massiv. Besonders das Flugzeug und der PKW schneiden im Vergleich der diversen Transportmittel, die zum Wunschurlaubsziel führen können, schlecht ab. Vor allem wer nur zu zweit oder gar alleine im PKW sitzt, sorgt für eine schlechte Umweltbilanz.

Es ist daher zu empfehlen, sich einer großen Reisegruppe anzuschließen und in ausgebuchten Reisebussen anzureisen oder gleich die Bahn zu nehmen, die auf lange Strecken nicht nur vergleichsweise sehr umweltfreundlich, sondern vor allem auch stressfreier ist als das Ausharren in Staus. Viele der beliebtesten Skiregionen in den Alpen lassen sich beispielsweise auch mit Fernzügen problemlos erreichen. St. Anton am Arlberg lässt sich von überall aus mit dem Zug direkt anfahren – wer am Bahnhof ankommt, kann direkt in die Bergbahn umsteigen und ins Arlberger Skigebiet hinauffahren.

Regional und saisonal

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit verbinden die meisten Menschen auch Regionalität und Saisonalität. Regionales und saisonales Gemüse zu kaufen ist beispielsweise aus ökologischer Sicht fast immer empfehlenswerter als importiertes Gemüse zu wählen. Beim Skifahren dagegen ist es nicht ganz so einfach.

Wie bereits erwähnt kann ein gemäßigter Tourismus abseits der Hauptsaison besser sein als überlaufene Pisten zur Zeit der Hauptsaison. Denn nicht nur verpesten dann weniger Autos, die hintereinander im Stau stehen und deren Motoren nicht ausgeschaltet werden, die Luft mit CO2, auch werden die Pisten durch weniger gleichzeitige Befahrung geschont, sodass der möglicherweise wenige nachkommende Schnee für die nächsten Urlauber ausreicht.

Außerdem sind Experten wie Werner Bätzing, emeritierter Professor für Kulturgeographie an der Universität Erlangen, der Meinung, dass nicht einmal unbedingt die direkten und offensichtlichen Auswirkungen des Skifahrens, also etwa die Lifte und Pisten, ein Problem für die Umwelt darstellen. Bätzing, der übrigens kein bezahlter Agent der Wintertourismusindustrie und des Großkapitals ist, sondern als einer der besten Kenner der Alpen überhaupt gilt und leidenschaftlich für den Erhalt dieser Kulturlandschaft kämpft, sieht das Problem eher bei den indirekten Konsequenzen.

So haben Orte mit langfristig erfolgreichem Wintertourismus ihre Bevölkerungszahlen vervielfacht, was zu einer stärkeren Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft führt und die Schadstoffwerte in Höhen treiben lässt, die mit deutschen Großstädten konkurrieren können. Wer dagegen auf kleinere, regionale Skigebiete ausweicht und dort bestenfalls mit dem Zug hinreist, vermeidet ein weiteres Anwachsen der großen Winterurlaubsorte. Hierdurch wiederum lässt sich ein Zusammenschluss verschiedener Skigebiete und der Bau weiterer riesiger Hotels vermeiden.

Sanfter Tourismus rund ums Jahr

Bätzing rät außerdem nicht nur Wanderbegeisterten, sondern auch Skifahrern, einfach einmal einen Urlaub außerhalb der Saison zu machen und Winterurlaubsziele auch einmal im Sommer zu besuchen, selbst dann, wenn vielleicht gar kein Schnee liegt. Denn nur so bekommt man einen Eindruck davon, was sich eigentlich unter dem schönen weißen Schnee verbirgt und was es zu schützen gilt.

Hotel- und Pensionsbetreibern sowie allen anderen Anbietern vor Ort rät er außerdem dazu, in sanften Tourismus zu investieren und durch entsprechende Angebote, Touristen auch außerhalb der Wintersaison anzulocken. Mit der Verunstaltung der Landschaft durch immer neue Pisten, Lifte und Beschneiungsanlagen nehme man sich diese Option natürlich.

Auch bei der Wahl der Ausrüstung kann auf umweltschonende Materialien geachtet werden, um so den gesamten Urlaub klimaneutral zu gestalten.  - © fotolia.de, JackF (#169779260)

Auch bei der Wahl der Ausrüstung kann auf umweltschonende Materialien geachtet werden, um so den gesamten Urlaub klimaneutral zu gestalten.

Copyright: fotolia.de, JackF (#169779260)

Beitrag zu einem klimaneutralen Urlaub

Die individuellen Möglichkeiten, seinen Beitrag zu einem klimaneutralen Urlaub zu leisten, beschränken sich übrigens nicht auf eine umweltschonende Anreise zum Skiort und auf die richtige Wahl des Urlaubsortes oder des Zeitpunktes. Vielmehr umfasst ein klimaneutraler Urlaub auch Nachhaltigkeit vor Ort, was oftmals vergessen wird. Denn auch im Urlaub sollte nicht gegessen werden, was eben auf den Tisch kommt oder getragen werden, was jedes x-beliebige Sportgeschäft eben gerade so hergibt.

Stattdessen kann darauf geachtet werden, dass Hotels die lokale Landwirtschaft unterstützen und damit den Erhalt der Region fördern. Bestimmte Hotels verwenden außerdem bereits 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien und waschen nur mit biologisch abbaubaren Reinigungs- und Waschmitteln. Bei wenigen Gästen würden all diese Dinge nichts Großes ausrichten, mehrere zehntausende oder gar hunderttausende Skigäste pro Saison allerdings beeinträchtigen die Natur ganz erheblich.

Auch die Skiausrüstung muss wie erwähnt nicht blind und unbedacht gekauft werden. Zum einen braucht kein Wintersportler jede Saison eine vollkommen neue Ausrüstung. Wer die vorhandenen Kleider verwendet, bis sie tatsächlich ihre Funktionen einbüßen, verhält sich am nachhaltigsten. Es reicht aber auch schon, beim Neukauf auf Hersteller zurückzugreifen, die auf Umweltbewusstsein setzen. Einige, auch deutsche Outdoor- und Bergsportmarken produzieren Kleidung aus klimaschonenden Materialien, halten sich darüber hinaus an ökologische Kriterien und arbeiten bisweilen sogar mit Umweltorganisationen zusammen. Und auch bei der Wahl der Skier gibt es schon Alternativen zu herkömmlichen Brettern – die deutsche Firma Indigo beispielsweise stellt Skier und Snowboards mit Bestandteilen aus schnell nachwachsendem Bambus her; gewachst werden können diese dann mit erdölfreien Produkten wie dem Bio-Snowboard-Wachs von Purl.

Grüne Initiativen vor Ort unterstützen

Vor Ort in Ski- und Winterurlaubsgebieten sollten wie bereits erwähnt, Dienstleister gewählt werden, die sich umweltschonenden Maßnahmen verschrieben haben. Dazu gehören Energie- und Wassereinsparung, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung. Wer sich nicht sicher ist, welche Unterkunft er zum Beispiel wählen soll, sollte sich auf zertifizierte Unterkünfte verlassen. Unabhängige Institutionen prüfen die entsprechenden Hotels und Pensionen und statten sie mit einem oder mehreren Siegeln aus. Dazu gehören:

Weiterhin gibt es Skigebiete, dann ganz explizit nachhaltige Urlaube ermöglichen. Sie verzichten dafür beispielsweise auf künstlich präparierte Pisten, nutzen regenerative Energien, bieten eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, und lassen nur eine begrenzte Menge an Wintersportlern gleichzeitig auf die Piste, um Überfüllungen zu vermeiden. In den Alpen haben sich immerhin bereits 28 Ferienorte zu den sogenannten Alpine Pearls zusammengeschlossen, den Perlen eines umweltfreundlichen Tourismus. Wer sich an dieser Bezeichnung orientiert, leistet einen ersten wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

 

Verhaltensregeln in der Natur

Pistengrenzen respektieren

Auch beim Skifahren selbst, also auf, aber auch jenseits der Pisten, sollten Wintersportler einige Dinge beachten, um zum Umweltschutz beizutragen. Regel Nummer eins lautet: Nicht abseits der Pisten fahren! Das hat mehrere Gründe. So können Skifahrer entfernt einer abgesicherten Piste schneller verunglücken und lösen leichter Lawinen aus oder können von ebenjenen erfasst werden. Außerdem halten sich abseits der herkömmlichen Pisten öfter Tiere im Schnee oder Unterholz auf, die plötzlich erschreckt oder deren Lebensraum gar beeinträchtigt und zerstört wird.

Sieht man ihn so, findet man ihn meistens niedlich. Steht man dagegen auf der Piste, kümmert einen der Schneehase, der wenige hundert Meter seinen Lebensraum hat, vielleicht gar nicht. Diese Denkweise sollte hinterfragt werden.  - © fotolia.de © markmedcalf (#114433165)

Sieht man ihn so, findet man ihn meistens niedlich. Steht man dagegen auf der Piste, kümmert einen der Schneehase, der wenige hundert Meter seinen Lebensraum hat, vielleicht gar nicht. Diese Denkweise sollte hinterfragt werden.

Copyright: fotolia.de © markmedcalf (#114433165)

Respekt und Rücksichtnahme auf andere Lebewesen

Diese Tiere sind die Lebewesen, die auf den Lebensraum der Berge angewiesen sind. Anders als die Skiurlauber, die sich nur zu ihrem Vergnügen am Berg aufhalten, sind die Tiere dort aufgewachsen und leben von der Natur in der Berglandschaft. Gleiches gilt selbstverständlich für die Pflanzen.

Besonders schlimm allerdings ist der starke Skitourismus für Schneehasen, Gämse, Hirsche und Co., bei denen es sich meist um Fluchttieren handelt – Tiere, die getreu ihrer Natur flüchten, sobald der Mensch sie stört. Vor allem im Winter wird das zu einem Problem, weil es viel Energie kostet, die sie aufgrund des Futtermangels nicht wieder auffüllen können. Bewegen sich Winterurlauber also abseits der Pisten, dringen sie oft in markierte Schutzgebiete ein und machen sie sich unbedacht an Waldrändern und schneelosen Flächen breit. Dabei drängen sie die Tiere immer weiter auf kleine Lebensräume zurück, weil diese Angst haben, an Stellen zurückzukehren, an denen sie Kontakt mit Menschen hatten.

Skispaß als Naturerlebnis

Da der Skispaß immer als Erlebnis nicht nur sportlicher Art, sondern auch als Erlebnis der Natur und der Landschaft am Berg gilt, sollte auch jeder Einzelne darauf achten, die Natur für die nachkommenden Touristen gepflegt zu halten. Das heißt konkret, nicht nur nicht abseits der Pisten zu fahren, sondern etwa auch, öffentliche Toiletten zu benutzen, anstatt irgendwo in die Natur zu pinkeln. Die Packung des Müsliriegels, der als Snack zwischendurch Energie verleihen soll, sollte nicht im Schnee, sondern im Mülleimer der nächsten Skihütte landen. Im Grunde sind alle diese Dinge selbstverständlich und dennoch müssen sie dem ein oder anderen immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

 

Fazit

Fest steht, dass die Klimaerwärmung immer weiter voranschreitet und Skigebiete in den kommenden Jahren immer mehr mit künstlichem Schnee arbeiten müssen, da sie Probleme beim Erhalt der Pisten mit natürlichem Schnee haben werden. Das Wachstum der großen Skigebiete scheint dennoch nicht abzunehmen, da der Großteil der Skiurlauber sich noch immer wenig Gedanken über ihr Hobby macht. Sobald sich dieser Umstand ändert, könnten Urlaube auf kleinere Gebiete verlagert werden und insgesamt ein Umdenken stattfinden, das zu bedachterem Winterurlaub führt. Eine Beeinträchtigung der Umwelt ließe sich damit zwar nicht gänzlich verhindern, die Tiere und Pflanzen, die in ihr leben, könnten sich dadurch aber besser von den Urlaubern erholen.

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