Das schneereichste Skigebiet der Welt: Die Japanischen Alpen

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Auf Listen der schneereichsten Skigebiete der Welt tauchen häufig Namen wie Alta in Utah oder Valdez in Alaska auf. Aber selbst wenn man die Schneefallmengen dieser Legenden übereinandertürmen würde, würden sie nicht die Japanischen Alpen übertreffen. Skiinfo zeigt euch, warum das Zentrum von Japan zum schneereichsten Gebiet der Welt zählt.

 

 

Warum schneit es so viel in Japan?

Die Japanischen Alpen sind eine Gebirgskette auf der japanischen Insel Honshū, bestehend aus den Gebirgszügen des Hida-Gebirges (Nordalpen), des Kiso-Gebirges (Zentralalpen) und des Akaishi-Gebirges (Südalpen). Hier kommen alle Parameter zusammen, die enorme Schneefälle begünstigen. Von Dezember bis März strömt die kalte Luft aus dem nahe gelegenen Sibirien, über das vergleichsweise warme Wasser der japanischen See. Dabei nimmt die Luft viel Feuchtigkeit auf. Dadurch werden Wolkenbänder generiert, die über den Bergen der über 3ooo Meter hohen japanischen Alpen in Honshu und der nördlichen Insel Hokkaido Schnee fallen lassen.

Die Küstengebirge Japans, die sich teils über 3.000 m erheben, verstärken den Schneefall. Das Ergebnis: sagenhafte 30 bis 38 Meter Neuschnee pro Winter. Zudem verbreiten sich auch typische Tiefdruckgebiete über das Japanische Meer und sorgen für zusätzlichen Schnee.

Das „Schneeland“

Die phantastischen Massen Schnee, die allwinterlich im yukiguni, zu deutsch Schneeland, niedergehen, sind überwältigend. Rund 35 Meter werden pro Winter im Gebiet gemessen. Das Schneeland, dem Yasunari Kawabata in seinem gleichnamigen, nobelpreisgekrönten Werk ein literarisches Denkmal setzte, liegt an der Westseite der japanischen Hauptinsel Honshu. Die meisten Gebiete des „Schneelands“ sind für Menschen nicht zu erreichen. Die Bewohner mancher Dörfer müssen ihre Häuser über spezielle Eingänge im zweiten Stock betreten. Straßen, die im Winter freigeschaufelt werden, werden zu regelrechten Schneecanyons mit bis zu 15 m hohen Wänden.

Alljährlich werden im Schneeland ganze Bergwälder unter den Schneemassen begraben, welche die Bäume in seltsam anmutende Schneefiguren verwandeln. Jene Bäume werden auch als Geisterbäume oder Eisbäume bezeichnet. Das Schneeland verläuft durch die Präfektur Nagano, westlich von Tokamachi und Takakura. In Nagano wurden 1998 wie Olympischen Winterspiele ausgetragen.

Sommerskigebiet Mount Gassan

Für den Betrieb eines Skigebietes sind die Schneemassen zu viel und so finden sich in den schneereichsten Zonen des yukiguni auch keine Skigebiete – mit einer Ausnahme: Gassan. Dieser 1.984 m hohe Gipfel in der Provinz Yamagata beherbergt Japans einziges Sommerskigebiet. Erst im April ist es überhaupt möglich, an den Berg zu gelangen. Eine Sesselbahn führt bis auf 1500 m. Von der Bergstation geht es mit Raupenfahrzeugen noch ein Stück weiter hoch. An einem 1670 m hohen Vorgipfel des Gassan warten dann zwei mobile Schleppseile auf nimmermüde Schneesportler. Fest installierte Lifte wären zum Start der Skisaison Mitte April noch unter den Schneemassen begraben. Trotz der gewaltigen Schneemengen läuft der Skibetrieb nur bis Ende Juli, die große Hitze und die heftigen Regengüsse des japanischen Sommers verhindern, dass am Gassan der Schnee des alten den des neuen Winters erwartet.

Keine Wetterstationen

Sagenhaft ist es, dass es in den schneereichsten Regionen keine offiziellen Wetterstationen stehen – sie sind schlichtweg unbewohnbar. Die Station mit der höchsten Schneefallmenge steht im in nur 890 m Höhe gelegenen Badeort Sukayu Onsen im Norden von Honshu. Hier kommen allwinterlich immerhin 1764 cm Neuschnee zusammen. Kein Wunder, dass in Japan auch die weltweit höchste jemals gemessene Schneedecke in Japan registriert wurde, am Ibuki san in der Provinz Shiga: 11,82 m.

Skigebiet: 1237-1670 m, 3 Lifte, 5 km Pisten

Unterkunft: Unweit der Talstation der Sesselbahn steht die Ubasawa Hütte, Übernachtung im DZ mit Halbpension ab 7800 Yen, im Mehrbettzimmer ab 6500 Yen, Tel. 0237 (75) 2121

Restaurant-Tipp: In der Ubasawa Hütte gibt es japanische (Ramen, Curry) und internationale Küche (Hamburger, Spaghetti) ab 300 Yen. (2.30 Euro)

Guides: Yudonosan Ideha ist Backcountry Tour Guide am Gassan, man erreicht ihn unter 090-7067-0667 oder 0237 (75) 2308

Verleih: Da es in japanischen Skigebieten keine Skistiefel in der Größe normaler mitteleuropäischer (Männer-)Füße gibt, bringt man seine Ausrüstung am besten gleich selbst mit.

Die Schneewand von Toyama

Es ist die wohl tech­nisch spek­ta­ku­lärs­te Berg­rou­te, die Japan zu bie­ten hat. Die Tatey­a­ma Kuro­be Alpi­ne Rou­te ist sogar die ein­zi­ge Rou­te, wel­che die Prä­fek­tu­ren Toy­a­ma und Naga­no direkt ver­bin­det. Die Präfektur Toyama Japan (Toyama-ken) liegt in der Region Chubu auf der Insel Honshu. Denn was in der japanischen Präfektur besonders prägend ist, sind die 20 Meter hohe Schneewände. Die Schneewände (Yuki-no-ōtani) sind vom 15. April bis etwa Mitte Juni auf dem Weg zu bewundern.

Whiteout: Das sind die schneereichsten Gebiete der Welt
Die Schnee­mau­er von Toyama. | ©Jayson-Photography

 

Weitere sehr schneereiche Skiregionen:

 

Alaska: Alyeska Resort, 1885 cm Schneefall, 81-839 m, 9 Lifte, www.alyeskaresort.com

Washington: Mount Baker, 1906 cm Schneefall, 1097-1551 m, 10 Lifte, www.mtbakerskiarea.com

Utah: Alta, 1561 cm Schneefall, 2603-3212 m, 12 Lifte, www.alta.com

Kalifornien: Squaw Valley, 1339 cm, 1886-2664 m, 30 Lifte, www.squaw.com

Hohe Tauern: Mölltaler Gletscher, 2208 cm Schneefall, 2108-3089 m, 9 Lifte, www.gletscher.co.at

Norwegen: Strynfjellet, ca. 20-30 m Schneefall, 1060-1590 m, 2 Lifte (ab Mai), www.stryn.no

 

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