Kabinendesign und Architektur der neuen Eisgratbahn am Stubaier Gletscher sind neuartig. Die Dreiseil-Umlaufbahn ist zudem die längste ihrer Bauart in den Alpen. Als größte Einzelinvestition eines Skigebiets schreibt das Projekt am Stubaier Gletscher österreichische Seilbahngeschichte.     

Die letzte Fahrt der Eisgratbahn – eine bleibende Erinnerung
Allein die bloßen Zahlen beeindrucken: 4,7 Kilometer lang wird die Anlage sein, ca. 2.400 m bis zur Mittel- und weitere 2.300 m bis zur Bergstation. 48 moderne Kabinen (gestaltet von Pininfarina) befördern pro Stunde 3.000 Personen statt bisher 1.500. Eine Förderkapazität, die direkt und wartungsfrei funktioniert. Die Fahrt vom Tal (1.697 m Seehöhe) bis auf den Berg (2.900 m) über sieben Stützen und 1.200 Höhenmeter dauert bei einer Geschwindigkeit von rund 25 km/h nur knapp elf Minuten. 60,6 Millionen Euro nehmen die Verantwortlichen der Stubaier Gletscherbahn dafür in die Hand. Noch nie zuvor hat ein österreichisches Seilbahnunternehmen in einem Zuge so viel in eine Liftanlage investiert. Die Inbetriebnahme der neuen 3S Eisgratbahn von Leitner ropeways ist für 29. Oktober 2016 geplant. 

Design & Komfort in den Gondeln
Beim Design der Gondeln mit jeweils 24 Sitz- und acht Stehplätzen wurde auf Qualität gesetzt. Es stammt vom italienischen Studio Pininfarina, das für das Design zahlreicher automobiler Klassiker von Ferrari, Maserati oder Alfa Romeo verantwortlich ist. Von den bequemen Echt-Ledersitzen aus werden Skigäste die Auffahrt mit Blick durch Panoramascheiben genießen können. Gratis WLAN in den Kabinen gehört dazu. Was die Skifans angesichts der erhöhten Kabinenkapazität  (32 statt 6 Personen) besonders freuen wird: In der Mittelstation steigen sie entspannt und ohne lange Wartezeiten ein, um dann auf den beliebten Strecken Falwesuna und Silberschneid abzufahren.   

Drei markante Stationen
Zur Gänze neu entstehen im Trio der Stationsgebäude die Tal- und die Mittelstation, die bestehende Bergstation wird umgebaut und modernisiert. Viel Sichtbeton und Profilglas, große, zentrale Verteilerflächen und Abgänge sowie ebenerdige Zu- und Umstiege verwandeln die Bauten zum funktionalen Erlebnis. Von den Parkplätzen rund um die Talstation steigen Gäste ebenerdig oder über eine bequeme Rolltreppe in die Eisgratbahn ein. Wie in der bestehenden Talstation Mutterberg 600 m oberhalb, wird auch in der neuen Talstation ein Comfort Center mit Skidepot zur Verfügung stehen. 

Bequem umsteigen, entspannt abfahren
Auch die Mittelstation Fernau (2.291 m) gewinnt als zentrale Drehscheibe am Weg ins Skigebiet erheblich an Komfortqualität. Fahrgäste können hier künftig über eine ebenerdige Verbindung von der Eisgrat- in die bestehende Gamsgartenbahn umsteigen – und umgekehrt. Und wer lieber „selbstfahrend“ unterwegs ist: Von der Mittelstation abwärts entsteht die neue Skiroute Fernau – eine klassische Talabfahrt mit 3,8 Kilometern Länge. Ganz oben auf 2.900 m angekommen, setzt der Stubaier Gletscher mit einer weitläufigen Bergstation mitsamt Gastronomie und Intersport Sportshop noch einen drauf.

Eure Anreise
Eine wichtige Verbesserung, die allen Skigästen direkt bei ihrer Anreise zugutekommt: Dank der neu situierten Talstation liegen 1.800 Parkplätze nunmehr direkt angrenzend am Bahneinstieg. Diese Standortwahl erspart Gästen und vor allem der Umwelt drei Viertel der bisherigen Pendel-Busfahrten vom Parkplatz zur bisherigen Talstation, die bisher jeder Gast am Stubaier über sich ergehen lassen musste. Die gesamte Energie, die für den Betrieb der Anlagen am Stubaier Gletscher bezogen wird, stammt übrigens aus erneuerbaren Energiequellen. Die Eingriffe in die Natur im Zuge der Bauarbeiten wurden so gering wie möglich gehalten, als Ausgleichsmaßnahme wird das Schutzgebiet am Stubaier Gletscher sogar um 45 Hektar ausgeweitet. Und auch beim Upcycling bewies man: Alle Kabinen der alten Eisgratbahn sind bereits verkauft – zum größten Teil an Gäste und Fans des Stubaier Gletschers in ganz Europa.

Extreme technische Herausforderung
Die komplette Seilbahntechnik der 3S Eisgratbahn kommt von Leitner ropeways. Die Bahn wird in nur einem Jahr Bauzeit – mit teilweiser Wintersperre – errichtet. Die neue 3S Eisgratbahn ersetzt die in die Jahre gekommene Zweiseil-Umlaufbahn durch die vollends windstabile und international bewährte 3S-(=Dreiseil)-Technik. Sie punktet mit zwei Tragseilen und einem Zugseil (deswegen „3S“). Diese Technik ermöglicht große Spannweiten und garantiert vor allem maximale Laufruhe und Windstabilität. 

 

Facts und vertiefende Infos zur 3S Eisgratbahn Stubaier Gletscher 

Höhe Talstation    1.697 m Seehöhe
Höhe Mittelstation 2.291 m Seehöhe
Höhe Bergstation 2.885 m Seehöhe
Schräglänge (beide Sekt.)  4.686 m
Höhenunterschied 1.203 m
Fahrzeit Tal – Berg nur 10,7 Minuten
Fahrgeschwindigkeit ca. 25 km/h
Kabinenanzahl 48 Stück
Kabinenausstattung Echt-Ledersitze, Panoramascheiben, gratis WLAN, 
designed by Pininfarina, Italien
Personen pro Kabine 32 (24 Sitzplätze, 8 Stehplätze)
Förderleistung 3.014 Personen/h
Stützen 7
Seilbahntechnik LEITNER ropeways 
Architektur Stationen   ao-architekten
Beginn/Ende Bauarbeiten  Juni 2015 bis Herbst 2016
Geplante Inbetriebnahme  29. Oktober 2016
Baukosten  60,6 Millionen Euro


Weitere Informationen zum Projekt findet ihr hier: http://www.stubaier-gletscher.com/stubai-live/news/3s-eisgratbahn/