Die längsten Rodelbahnen Österreichs: Rodelspaß in den Alpen

BY Mountain News
25. Februar 2024

Österreich zählt zu den beliebtesten Wintersportdestinationen Europas. Neben Skifahren und Snowboarden begeistert vor allem eine Disziplin, die Generationen verbindet: das Rodeln. Wer einmal eine mehrere Kilometer lange Naturrodelbahn hinuntergefahren ist, weiß, wie viel Tempo, Panorama und Wintergefühl in einer einzigen Abfahrt stecken können.

Die längsten Rodelbahnen Österreichs bieten genau dieses Erlebnis. Hier ist man nicht schon nach wenigen Kurven wieder im Tal, sondern genießt eine ausgedehnte Abfahrt mit spektakulären Ausblicken und echtem Höhenunterschied. Manche Bahnen sind bequem mit der Seilbahn erreichbar, andere verlangen zunächst eine Winterwanderung. Doch genau diese Mischung macht den Reiz aus. In diesem Überblick stellen wir einige der beeindruckendsten und längsten Rodelbahnen Österreichs.

Warum ist Rodeln in Österreich so beliebt?

Rodeln gehört zu den beliebtesten Winteraktivitäten in Österreich und das aus gutem Grund. Im Vordergrund steht nicht die Leistung, sondern der Spaß. Während es beim Skifahren oft um Technik, Tempo oder sportliche Ambitionen geht, steht beim Rodeln das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt.

Schlittenfahren verbindet Generationen. Kinder, Teenager und Erwachsene teilen sich die Bahn, lachen gemeinsam und erleben den Winter ganz unkompliziert. Zudem ist Rodeln ohne große Vorkenntnisse möglich. Dennoch empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen, vorab das richtige Lenken und Bremsen zu üben.

Ein weiterer Vorteil: Die Ausrüstung ist überschaubar. Rodeln können meist direkt vor Ort ausgeliehen werden. Dadurch eignet sich das Rodeln ideal als Ergänzung zum Skiurlaub oder als eigenständiger Winterausflug. Und nicht zuletzt tut aktive Zeit draußen im Schnee und an der frischen Alpenluft einfach gut.

Sicherheit beim Rodeln: Das solltest du beachten

Damit der Rodelspaß ungetrübt bleibt, sind einige grundlegende Regeln wichtig. Rücksichtnahme steht an erster Stelle. Fahre angepasst und vorausschauend, halte ausreichend Abstand und lege dich nicht mit dem Kopf voran auf den Schlitten.

Beachte stets Warnhinweise und Sperrungen. Rodle ausschließlich auf ausgewiesenen Rodelbahnen und halte diese nicht unnötig blockiert. Alkohol oder Drogen haben auf der Rodelbahn nichts verloren. Im Notfall sollte Erste Hilfe selbstverständlich sein.

Vor der ersten längeren Abfahrt empfiehlt es sich, das Lenken und Bremsen zu üben. Zudem spielen Wetter- und Schneeverhältnisse eine wichtige Rolle. Vereiste Stellen können anspruchsvoll sein und erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Die richtige Ausrüstung für deine Rodelpartie

Für eine sichere und komfortable Rodeltour in Österreich gehört die passende Ausrüstung dazu. Neben einem stabilen Schlitten sind folgende Essentials empfehlenswert:

Ein Helm ist dringend zu empfehlen, Sicherheit geht vor. Eine Skibrille schützt vor Fahrtwind und Schneespritzern. Festes Schuhwerk mit Profilsohle sorgt für Stabilität beim Bremsen. Warme Winterkleidung, Handschuhe und Mütze sind selbstverständlich.

Bei Nachtrodeln sollte eine Stirnlampe nicht fehlen. Und wer eine längere Rodeltour plant, packt am besten einen kleinen Rucksack mit warmem Getränk und Snack ein.

Die längsten Rodelbahnen Österreichs im Überblick

Wildkogel-Arena – 14 Kilometer Rodelvergnügen

Die Rodelbahn in der Wildkogel-Arena ist ein echtes Highlight für alle, die es lang und aussichtsreich mögen. Mit 14 Kilometern Länge gilt sie als längste Rodelbahn Österreichs und als längste beleuchtete Rodelbahn der Welt. Vom Start auf 2.100 Metern Seehöhe bis ins Tal werden rund 1.300 Höhenmeter überwunden. Je nach Tempo dauert die Abfahrt zwischen 30 und 50 Minuten und bietet dabei eine beeindruckende Mischung aus Panorama, Tempo und abwechslungsreichen Kurvenpassagen.

Der bequeme Aufstieg erfolgt mit der Smaragdbahn in Bramberg direkt ins Skigebiet. Von Neukirchen am Großvenediger ist die Strecke ebenfalls erreichbar: Mit der Wildkogelbahn geht es hinauf, anschließend sind es rund zehn Gehminuten bis zum Einstieg der Rodelbahn. Besonders stimmungsvoll sind die Abendauffahrten, die ausschließlich mit der Smaragdbahn in Bramberg möglich sind.

Weitere Rodelbahnen in der Wildkogel-Arena:

  • Naturrodelbahn Stockenbaum (5 km): Mittelstation Wildkogelbahn, Richtung Gasthof Stockenbaum
  • Naturrodelbahn Neuhaushof (3 km): Mittelstation Smaragdbahn, Richtung Gasthof Neuhaushof
  • Kühnreitrodelbahn: Neukirchen Ortszentrum (circa 1,5 km), täglich beleuchtet bis 21:00 Uhr
  • Naturrodelbahn Berghof (2,5 km): in Hollersbach, abends beleuchtet

Silberregion Karwendel – 9 Kilometer am Kellerjoch

Die Silberregion Karwendel in Tirol überzeugt nicht nur mit ihrer sportlich anspruchsvollen Rodelbahn, sondern auch mit einem besonders familienfreundlichen Angebot am Kellerjoch. Von der Bergstation beim Hecherhaus führt die abwechslungsreiche Strecke bis hinunter zum Schloss Freundsberg nach Schwaz und bietet damit ein langes, aber gut kontrollierbares Rodelvergnügen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Breitere Passagen und übersichtliche Kurven machen die Abfahrt ideal für Familien, die gemeinsam Winterspaß erleben möchten.

Die Rodelbahn ist in mehrere Abschnitte gegliedert. Die oberste Teilstrecke verläuft vom Hecherhaus bis zum Parkplatz Grafenast. Von dort bringt ein Doppelsessellift Rodelfans bequem wieder hinauf zum Hecherhaus auf 1.887 Meter. Perfekt für alle, die einzelne Etappen mehrmals genießen oder sich langsam an die längere Gesamtstrecke herantasten möchten. So verbindet das Kellerjoch sportliche Herausforderung mit familienfreundlicher Flexibilität und herrlichem Panorama.

Nauders – 8 Kilometer Bergkastel-Rodelbahn

In Nauders wartet mit der Bergkastel-Rodelbahn eine der längsten Naturrodelbahnen Tirols. Der Startpunkt liegt auf 2.200 Metern Höhe direkt an der Bergstation der Bergkastelbahn, die Rodler komfortabel nach oben bringt. Von hier aus geht es ganze acht Kilometer rasant ins Tal. Eine ausgedehnte Abfahrt, die mit rund 600 Höhenmetern für ordentlich Tempo und beeindruckende Ausblicke sorgt. Ob allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie, hier kommt jeder auf seine Kosten. Die Strecke bietet abwechslungsreichen Rodelspaß für Groß und Klein.

Als Alternative bietet Nauders zudem die rund vier Kilometer lange Strecke ab der Lärchenalm, die an bestimmten Abenden beleuchtet ist und damit auch nach Einbruch der Dunkelheit für besonderes Rodelvergnügen sorgt.

Schladming – 7,3 Kilometer Hochwurzen

Im Skigebiet Hochwurzen bei Schladming erwartet Rodelfans mit einer der längsten Naturrodelbahnen der Alpen ein besonderes Highlight. Die rund sieben Kilometer lange Strecke der Hochwurzen-Rodelbahn überwindet etwa 730 Höhenmeter und zählt damit zu den beeindruckendsten Rodelbahnen Österreichs. Der Panoramablick auf das Dachstein-Massiv ist schlichtweg beeindruckend und ein besonderes Highlight.

Der Aufstieg erfolgt komfortabel mit der Gipfelbahn Hochwurzen, die Rodler samt Schlitten direkt zum Startpunkt am Gipfel der Hochwurzen bringt. Von dort aus führt die bestens präparierte Bahn zurück zur Talstation. Ideal, um gleich mehrere schnelle Abfahrten hintereinander zu genießen. Ein besonderes Highlight ist das Nachtrodeln: Von Montag bis Samstag ist die Strecke beleuchtet und bis 23:00 Uhr geöffnet. Entlang der Strecke laden gemütliche Hütten, die vom Start bis ins Ziel gut verteilt sind, zu einer Pause ein und bieten auch für größere Gruppen ausreichend Platz.

Ischgl – 7 Kilometer Nachtrodeln

In Ischgl erwartet Rodelfans ein besonders stimmungsvolles Wintererlebnis. Die rund sieben Kilometer lange Nachtrodelbahn startet auf 2.320 Metern Höhe an der Bergstation der Silvrettabahn und überwindet beeindruckende 950 Höhenmeter bis ins Tal. Damit zählt sie zu den längeren und spektakuläreren Nachtrodelstrecken in Tirol, vor allem dank ihrer alpinen Höhenlage und des eindrucksvollen Bergpanoramas am Abend.

Die Bahn ist ausschließlich abends geöffnet und entsprechend beleuchtet. Unter Flutlicht durch die klare Bergnacht zu rodeln, verleiht der Abfahrt eine ganz besondere Atmosphäre. Die abwechslungsreich angelegte Strecke bietet sowohl flotte Passagen als auch kontrollierbare Kurven und eignet sich somit für sportliche Rodler und ambitionierte Freizeitfahrer gleichermaßen. So wird das Nachtrodeln in Ischgl zu einem echten Highlight abseits des klassischen Skibetriebs.

Zillertal Arena – 7 Kilometer am Gerlosstein

Zwischen Zell am Ziller und Gerlos, genauer gesagt am Hainzenberg, befindet sich mit der Rodelbahn am Gerlosstein die längste Naturrodelbahn im Zillertal. Auf sieben Kilometern Länge und mit einem Höhenunterschied von rund 715 Metern bietet sie ein ausgedehntes und abwechslungsreiches Rodelerlebnis. Der Start liegt auf 1.650 Metern Höhe, das Ziel im Tal auf etwa 935 Metern. Dazwischen erwarten einen schwungvolle Kurven, längere Gleitpassagen und herrliche Ausblicke ins Zillertal.

Die Bergauffahrt erfolgt bequem mit der Gerlossteinbahn direkt ab der Talstation in Hainzenberg. Besonders beliebt ist die Strecke auch am Abend: Von Montag bis Samstag ist die Rodelbahn beleuchtet und (außer sonntags) bis etwa Mitternacht, teilweise sogar bis 01:00 Uhr geöffnet. Damit zählt sie zu den stimmungsvollsten Nachtrodelbahnen der Region. Urige Einkehrmöglichkeiten wie der Schlittenstadl sorgen entlang der Strecke für gemütliche Pausen. Ein Rodelverleih ist vor Ort ebenfalls möglich, sodass einem spontanen Rodelabend nichts im Weg steht.

Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau – 6,9 Kilometer

Im Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau erwartet Rodelfans eine außergewöhnliche Vielfalt an Naturrodelbahnen, von sportlich anspruchsvoll bis familienfreundlich. Zu den längsten Strecken zählen das Lanerköpfl in Niederau mit rund sechs Kilometern sowie der Panoramaweg in Reith im Alpbachtal mit knapp 6,9 Kilometern. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch die fünf Kilometer lange Schatzberg-Bahn in Auffach.

Die Rodelbahn Lanerköpfl startet an der Bergstation der kuppelbaren 4er-Sesselbahn auf 1.560 Metern und führt auf knapp sechs Kilometern direkt zur Talstation. Mit 736 Höhenmetern und einem durchschnittlichen Gefälle von 14 Prozent zählt sie zu den sportlicheren und rasanteren Bahnen der Region. Ebenfalls beliebt ist die Schatzberg-Rodelbahn ab der Mittelstation der Schatzbergbahn. Hier können Rodler zwischen einer familienfreundlichen Strecke und der anspruchsvolleren Holzhackerbahn wählen, beide führen durch den Wald hinunter nach Auffach. Ein Rodelverleih befindet sich direkt an der Talstation. Für zusätzliche Abwechslung sorgt der Roggenboden in Oberau mit einer beleuchteten Nachtrodelbahn (Mittwoch und Donnerstag), bei der spezielle Rodeln am Lift eingehakt werden.

Im Alpbachtal punktet vor allem die Panoramarodelbahn Reith. Von der Bergstation der Reitherkogelbahn führt die Strecke aussichtsreich entlang des Panoramawegs zurück ins Tal. Weitere gemütliche Alternativen sind die Faulbaumgartenalm in Inneralpbach, die Naturrodelbahn in Brandenberg (beleuchtet), Höllenstein in Münster oder Kaltes Wasserl in Kramsach.

Stubaital – 6 Kilometer auf der Elferbahn

Das Stubaital gilt als echtes Rodel-Eldorado und bietet insgesamt zehn Rodelbahnen mit einer Gesamtlänge von rund 43 Kilometern. Das Herzstück des Angebots sind die Bahnen an den Elferbahnen in Neustift. Hier starten mehrere der längsten, beschneiten und beleuchteten Rodelbahnen Tirols, die direkt an der auf 1.812 Metern gelegenen Bergstation starten.

Besonders beliebt ist die rund sechs Kilometer lange Klassik-Rodelbahn. Sie zählt gemeinsam mit der Strecke durch das Pinnistal zu den längsten Naturrodelbahnen Tirols. Sie führt aussichtsreich vom Start an der Bergstation über das Pinnistal hinunter nach Neder. Auch beim Nachtrodeln zeigt sich der Elfer von seiner besten Seite. Die Strecke wird dafür eigens frisch präpariert und ist häufig beleuchtet, ein besonderes Erlebnis unter dem Sternenhimmel des Stubaitals. Entlang der Route laden Hütten wie die Issenangeralm zur gemütlichen Einkehr ein.

Rodeln in Österreich – Winterspaß mit Länge

Die längsten Rodelbahnen Österreichs zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig und erlebnisreich Wintersport abseits der Piste sein kann. Kilometerlange Abfahrten, die teilweise über 1.000 Höhenmeter zurücklegen, verbinden rasante Fahrten mit atemberaubenden Panoramen und Naturgenuss. Dazu kommt die besondere Mischung aus Bewegung, frischer Bergluft und geselligen Hüttenstopps. Ein Wintererlebnis, das Generationen zusammenbringt und sportliche Ambitionen mit gemütlichen Momenten vereint.

Ob als Alternative zum Skitag oder als zusätzliches Highlight im Skiurlaub: Eine ausgedehnte Rodelpartie ist in vielen Regionen ein Muss. Gerade bei Nacht, wenn beleuchtete Bahnen durch die winterliche Berglandschaft führen, entsteht eine ganz eigene Atmosphäre.

Wer seinen Winterurlaub für das Jahr 2026 plant, sollte eine der langen Naturrodelbahnen Österreichs fest einplanen. Denn manchmal braucht es keine Skier, um das volle Alpengefühl zu erleben. Ein Schlitten genügt, um Freiheit, Tempo und Winterzauber in ihrer schönsten Form zu spüren.

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