Kein anderes Land der Erde besitzt so viele Skigebiete wie Deutschland! Das ist allerdings der einzige Weltrekord, den die Bundesrepublik in der weltweiten Skigeografie für sich beanspruchen kann. Die meisten der rund 800 Skigebiete zwischen Alpen und Ostsee zählen zur kleinstmöglichen Sorte und haben nur einen einzigen Lift. Einige Areale ragen jedoch aus der Masse der Geringfügigkeit heraus. Hier kommen die Superlative der heimischen Wintersportziele.

Das größte Skigebiet: Garmisch Classic

 

Der Klassiker unter den deutschen Schneesportarealen ist das Garmisch-Classic-Gebiet. Als einziger deutscher Austragungsort einer alpinen Ski-Weltmeisterschaft, regelmäßige Weltcup-Station und ehedem Gastgeber Olympischer Winterspiele braucht sich dieses Skigebiet auch international nicht zu verstecken - obwohl es mit seinen deutschlandweit spitzenmäßigen 40 Abfahrtskilometern im Vergleich mit den Größten der Welt nur ein Zwerg ist. Doch die Qualität der Abfahrten macht einiges wett. Die rassigen Talabfahrten, allen voran die legendäre Kandahar-Abfahrt mit ihren bis zu 92 Prozent Gefälle, lassen das Skisportlerherz höher schlagen.

Das höchstgelegene Skirevier: Zugspitze

 

Mit 2962 Metern ist die Zugspitze Deutschlands höchster Berg. Die Sesselbahn zum Schneefernerkopf führte einst bis auf 2830 Meter. Sie wurde 2003 demontiert. Heute reichen die Pisten immerhin noch bis auf 2700 Meter. Sie liegen im oberen Bereich auf dem Schneeferner. Damit ist das Zugspitzplatt auch das einzige Gletscherskigebiet der Republik. Sommerskibetrieb gab es hier aber zuletzt 1968, der Gletscher schmilzt und dürfte bald ganz verschwunden sein, der heißen Sommer wegen. Im Winter fällt nach wie vor reichlich Schnee, 18,7 Meter im Mittel der letzten 25 Jahre. Das bringt dem Zugspitzplatt auch den Titel schneereichstes Skigebiet Deutschlands ein. Die Zugspitze lässt so nicht nur alphabetisch, sondern auch flocken-quantitativ globale Pulver-Mekkas wie Andermatt (10,7 Meter am Gütsch), Argentière und Alta in Utah (13,2 Meter) weit hinter sich.



Der schneereichste Wintersportort: Balderschwang

 

Wer nicht nur tagsüber beim Skifahren im Schnee versinken, sondern auch abends die Romantik tief verschneiter Landschaften genießen möchte, der fährt am besten nach Balderschwang. In keinem Dorf der Republik fallen mehr als Balderschwangs rund sieben jährliche Meter Neuschnee. Die verdankt der Ort seiner Staulage am Rand der Allgäuer Alpen, gut 1000 Metern Meereshöhe und dem nahen Bodensee. Dieser gibt ordentlich Feuchtigkeit an die von Nordwesten heranbrausenden Wolken ab - die dann über Balderschwang in fester Form niedergeht. Genießen kann man das Ergebnis der so zahlreichen festen Niederschläge auf 27 Kilometer Abfahrten. Bei einem Tageskartenpreis ab 31 Euro ist der Kilometer Schnee zudem preiswert.

Die schneesichersten Pisten: Skihalle Neuss

 

Am anderen Ende der Preisskala rangiert die Skihalle Neuss. Für zwei Pisten von 400 Metern Gesamtlänge sind bis zu 39 Euro für die Tageskarte zu berappen. Als Gegenleistung bietet der "Neusser Gletscher" jedoch 100-prozentige Schneesicherheit an 365 Tagen im Jahr. Zudem ist auch das Wetter kalkulierbar, die Temperatur beträgt konstant drei Grad minus, die Luftfeuchtigkeit annähernd 100 Prozent. Sonnenstunden? Leider Fehlanzeige.

Das südlichste Skigebiet: Fellhorn

 

Auf Sonne satt kann man im südlichsten Skigebiet Deutschlands schon eher zählen, schließlich liegt das Skiareal Fellhorn/Kanzelwand so weit im Süden, dass es schon halb zu Österreich gehört. Die Zwei-Länder-Skischaukel verbindet das Allgäu mit dem Kleinwalsertal. Außerdem schneit es hier auch, wenn die Sonne scheint, der jüngst nochmals erweiterten Beschneiungsanlage sei Dank. Die 110 Schneeerzeuger können die 36 Abfahrtskilometer in 72 Stunden komplett mit Schnee eindecken.

Die leistungsfähigste Schneeanlage: Winterberg

 

Mit 360 Schneeerzeugern sticht das Skiliftkarussell Winterberg sämtliche anderen deutschen Skigebiete hinsichtlich der Schlagkraft ihrer Beschneiungsanlagen aus. Fast das gesamte Skigebiet kann maschinell beschneit werden: Lediglich zwei Pisten der insgesamt 26 Abfahrten können nicht beschneit werden. Die Anlage ist extrem leistungsstark, nach 72 Stunden liegt der Schnee hier meterhoch. Muss er auch, um dem wechselhaften Sauerländer Wetter standzuhalten. Diesen Winter gelang das trotz wechselhaftem Wetter recht gut, derzeit sind in Winterberg alle Lifte in Betrieb!


Der traditionsreichste Skiberg: Feldberg

 

Im Februar 1891 bestieg ein gewisser Dr. Pilet mit "norwegischen Schneeschuhen" den Feldberg und das gilt als Geburtsstunde des Skisports in Deutschland. Das Areal am höchsten Schwarzwaldberg bietet heute 30 Kilometer Abfahrten, ein Tagesskipass kostet 36 Euro. 

 


Die längste Abfahrt: Nebelhorn

 

Was der Feldberg an Meereshöhe hat, hat das Nebelhorn an fahrbarer Höhendifferenz, zumindest fast. Vom 2224 Meter hohen Gipfel des Oberstdorfer Hausberges fährt man über 1396 vertikale (und 7500 horizontale) Meter hinab in den Auftaktort der Vierschanzentournee - Republikrekord. Auf den letzten Metern der Abfahrt hat man einen schönen Blick auf die Schattenbergschanze. Beliebt ist das Nebelhorn vor allem bei Freeridern, des hochalpinen Terrains und der großen Schneemengen wegen.


Der nördlichste Lift: Bungsberg

 

So ganz und gar nicht alpin ist das Terrain am Bungsberg, auch wenn der Name Holsteinische Schweiz das suggeriert. Dort liegt der Bungsberg nämlich und ist damit das nördlichste Ski-Revier Deutschlands. Oft ist das Schleppseil, das über rund 200 Meter einen Moränenhügel hinaufführt, zwar nicht in Betrieb. Wenn doch, dann machen sich durchaus auch Schneesportler aus dem 111 Kilometer entfernten Hamburg auf den Weg. Schließlich ist ausgerechnet die Elbmetropole Heimat des mitgliederstärksten Skiclubs der Republik.

Weitere Informationen:


Garmisch Classic und Zugspitze: Garmisch-Partenkirchen Tourismus, Richard-Strauss-Platz 2, 82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel. +49 8821 797-0, www.gapa.de, www.zugspitze.de.

Balderschwang: Gästeinformation Balderschwang, Dorf 16, 87538 Balderschwang, Tel. 08328/1056, www.balderschwang.de, www.skigebiet-balderschwang.de.

Skihalle Neuss: An der Skihalle 1, 41472 Neuss, Tel. 02131/12440, www.allrounder.de.

Fellhorn und Nebelhorn: Tourismus Oberstdorf, Prinzregenten-Platz 1, 87561 Oberstdorf, Tel. 08322/7000, www.oberstdorf.de, https://www.ok-bergbahnen.com/.

Winterberg: Ferienwelt Winterberg, Am Kurpark 4, 59955 Winterberg, Tel. 02981/92500, www.winterberg.de, www.skiliftkarussell.de.

Feldberg: Hochschwarzwald Tourismus, Freiburger Str. 1, 79856 Hinterzarten, Tel. 07652/12060, www.hochschwarzwald.de, www.liftverbund-feldberg.de.

Bungsberg: Tourismusverband Schönwalde am Bungsberg, Am Ruhsal 2, 23744 Schönwalde am Bungsberg, Tel. 04528/91740, www.amt-ostholstein-mitte.de.