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Die One-Man-Kochshow: Der Primus ETA Lite Kocher im Test

23. Juni 2014 | bergleben.de

Der Primus ETA Lite im Einsatz

Der Primus ETA Lite im Einsatz

Copyright: www.bergleben.de | Florian Schupp

Es ist mal wieder Wochenende und die Wettervorhersage ausnahmsweise richtig gut. Da muss es mal wieder schnell in die Berge gehen. Zügig sind die üblichen Sachen in den Rucksack geworfen. Nur das Nötigste soll mit: Zelt, Schlafsack, Hardshell, Kletterzeug - und eine Kaffeemaschine. Schließlich hat bereits Wolfgang Güllich gesagt: „Man geht nicht nach dem Klettern zum Kaffeetrinken, Kaffeetrinken ist integraler Bestandteil des Kletterns.“ Nein das ist kein Scherz, denn mit seiner gerade einmal 48 Gramm wiegenden Siebpresse ist der Primus ETA Lite nicht nur ein Kocher, sondern gleichzeitig auch Kaffeemaschine. Unser Tester und Outdoor-Experte Florian Schupp hat das neue Modell aus dem Hause Primus getestet.

Der Primus ETA Lite im Test.

Der Primus ETA Lite ist ein Einpersonenkochsystem. Alle Teile des Kochers lassen sich platzsparend im Topf verstauen oder dienen als Schutz des Topfes. Heraus kommt ein äußerst kompaktes Packmaß, das sogar eine 100 g Gaskartusche umfasst. Standfuß oder alternativ eine Hängevorrichtung für das Zelt, Deckel und Brenner passen perfekt ineinander. Der Deckel inklusive dem umgeklappten „Henkel“ verschließt das ganze, so kann auch während des Transports nichts herausfallen.

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Primus ETA Lite - © www.bergleben.de | Florian Schupp
Primus ETA Lite - © www.bergleben.de | Florian Schupp
Primus ETA Lite - © www.bergleben.de | Florian Schupp
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Details im Einzelnen

• Fassungsvermögen des Topfes: 0,5 Liter
• Brennerart: Gas (Schraubkartuschen)
• Einsatzbereich: Klettertouren, Trekkingtouren, Tagesausflüge
• Gewicht:355g (ohne Kartusche)
• Packmaß:15 cm x 10 cm (rund)
• Besonderheiten: Kaffeesiebpresse, Lamellen für bessere Wärmeverteilung, Piezo Zündung

Der Topf fasst insgesamt rund 0,75 Liter, will man jedoch Wasser kochen, ohne dass es dabei überläuft, hat der Hersteller innerhalb des Topfes eine Maximalmarkierung bei 0,5 Liter angebracht. Da der Primus ETA Lite für eine Person konzipiert ist und hauptsächlich beim leichten Trekking oder Klettern zum Einsatz kommt, braucht man eigentlich auch nie mehr als 500ml, um sich eine der mehr oder weniger leckeren gefriergetrockneten Nahrungen zuzubereiten. Auch das Schneeschmelzen geht im Übrigen sehr zügig.

Gaskartusche in Standfuß und los geht’s!

Der mitgelieferte Standfuß passt unter die üblichen Kartuschen und soll dem Kocher mehr Stabilität geben. Durch die turmartige Aufbauweise ist der Primus ETA Lite allerdings etwas anfällig bei Wind und unebenen Untergrund. Der dreibeinige Standfuß vergrößert die Stabilität und ermöglicht den Kocher auch auf z.B. Felsen aufzustellen. Nachdem die Gaskartusche im Standfuß befestigt wurde, kann man den Brenner mühelos auf die Kartusche schrauben und schon geht es dank der integrierten Piezo Zündung ohne Feuerzeug und Streichhölzer los. Bei meinen Tests hat die Zündung trotz morgendlicher Taunässe und selbst im Regen spätestens nach einigen Versuchen problemlos funktioniert.

Der Topf wird durch den Triangle Joint-Bajonettverschluss mit einer kurzen Umdrehung auf dem Brenner fixiert, sodass die Flamme wunderbar an den Lamellen arbeiten kann. Deckel drauf und bereits nach kürzester Zeit (2:45 Minuten) köchelt das Wasser. Die Gaszufuhr kann dabei gut geregelt werden. Mit etwas Fingerspitzengefühl sind auch kleine Flammen zum langsamen Zubereiten des Essens möglich.

Hängend Kochen - sogar Kaffee!

Durch den durchsichtigen Deckel erkennt man sehr gut das Kochen des Wassers. Der umschließende Filzmantel hält den Inhalt sehr lange heiß, so dass Wasser, Kaffee oder Tee nicht zu schnell wieder abkühlen. Für Mahlzeiten nimmt man am besten den Deckel ab, damit sie schneller wieder genießbare Temperaturen erreichen. Der ETA Lite hat zudem eine Halteschlaufe, mit der man den Topf wie eine Tasse benutzen kann. Die Schlaufe kann auch ausgehängt und über dem Topf befestigt werden, so dass der Kocher mithilfe der mitgelieferten Prusikschnur auch im Hängen in einem Zelt oder in einem Biwak in der Kletterwand befestigt werden kann. Einziger Nachteil ist, dass das Filz nicht über den Aluminiumrand des Topfes reicht und somit immer ein sehr heißer Rand beim Trinken stört.

Ein besonderes Schmankerl ist, dass der Primus ETA Lite gleich mit einer Siebpresse geliefert wird. So muss man nicht einmal in der Bigwall auf sein koffeinhaltiges Heißgetränk verzichten. Die Presse funktioniert wie alle handelsüblichen Handkaffeepressen. Man setzt den Aufsatz auf das mit Kaffeepulver angereicherte, kochende Wasser und drückt langsam das Sieb nach unten. Unter Testbedingungen habe ich auch das Kochen direkt mit Siebaufsatz als Deckel gestestet. Davon kann ich nur abraten, da ein enormer Druck entsteht und der Deckel einem inklusive heißem Wasser um die Ohren saust. Auch wenn es verlockend ist, direkt das Sieb als Deckel aufzusetzen, sollte man das lieber nicht nachzumachen.

Abbauen des Kochsystems und Tassenfunktion

Nachdem das Kochsystem einige Zeit abgekühlt ist, kann man problemlos den Triangle Joint-Bajonettverschluss des Topfes lösen. Der Deckel ist aus Plastik und dank einer Trinköffnung kann man das System zu einer großen Tasse umfunktionieren. Aufgrund des hohen Aufbaus des Deckels eignet sich dieser allerdings nur bedingt zum Trinken, da auch immer ein paar Tropfen aus der recht breiten Öffnung daneben laufen.

Reinigung

Es gibt theoretisch nur zwei Teile, die man am ETA Lite reinigen muss, sieht man einmal von dem leicht abnehmbaren Filzmantel ab: den Deckel und den Topf. Wurde lediglich Wasser gekocht, ist eine Reinigung allerdings überflüssig. In anderen Fällen geht die Reinigung leicht und zügig von der Hand, da man problemlos bis an den Topfboden gelangt, um diesen zu säubern.

Fazit

Ein 7-gängiges Menü kann man mit dem Primus ETA Lite nicht zubereiten, aber möchte man das überhaupt? Der Kocher bietet minimales Kochen für Solo-Touren, dafür aber viel Kochspaß. Besonders wenn man mit der bekannten, gefriergetrockneten Nahrung unterwegs ist, bei welcher die Tüte als Topf fungiert, ist der Kocher sehr praktisch. Ravioli oder Tee lassen sich sehr effizient in dem Topf zubereiten, gleiches gilt für das Schmelzen von Schnee. Das Kochsystem eignet sich perfekt für Tagestouren, Klettertouren und Trekkings sowie Skitouren, bei welchem man sein Gepäck auf ein Minimum des Packmaßes und Gewichts reduzieren muss.

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