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Trinken auf Tour: Wasser, Fruchtschorle oder Sportgetränk?

9. April 2010 | bergleben.de

Trinken auf Tour: Wasser, Fruchtschorle oder Sportgetränk?- ©Petra Rapp

Auffüllen von frischem Wasser

Copyright: Petra Rapp

"Wichtig ist auf jeder Tour, aber besonders in der Höhe, dass man ausreichend trinkt." Experte Dr. Jürgen Zapf weiß, wovon er spricht, schließlich war er bereits als Mediziner und Bergsteiger Mount Everest. Aber warum ist das so wichtig? Vor allem durch den Schweiß verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. In Höhenlagen kommt noch hinzu, dass die trockene und kalte Luft befeuchtet werden muss, zudem braucht der Körper für eine optimale Akklimatisation eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme. Es wird klar: Trinken auf Wander- und Bergtouren ist elementar.

So trinkt man richtig

Bereits nach einer Stunde Wanderung sollte man eine erste Trinkpause einlegen, im Anschluss bestenfalls alle 30 Minuten ein paar kleine Schlücke (etwa 0,2 Liter) zu sich nehmen - auch wenn man gerade keinen Durst hat. "Begibt man sich in die Höhe, sollte man nicht deutlich weniger als vier Liter am Tag zu trinken - denn für die erfolgreiche Akklimatisation und Leistungserhaltung ist die Flüssigkeitszufuhr ausschlaggebend", so Jürgen Zapf. Doch auch bei hohen Temperaturen oder anstrengenden Anstiegen ist dieser Wert zu empfehlen, ist doch gerade dann der Flüssigkeitsverlust enorm.

Auf die richtige Mischung kommt es an

Da die meisten Wanderwege aber nicht in große Höhen vordringen oder höchste Schwierigkeiten aufweisen, fragt sich der Wanderer wohl hauptsächlich: Ist es egal, was ich trinke? Oder ist ein Getränk besser als die anderen? Es gilt, wie bei vielen anderen Dingen auch: Richtig ist, was glücklich und zufrieden macht. Das bestätigt auch Corinne Mäder: "Ein wichtiger Faktor beim Auswählen des idealen Sportgetränkes ist der Geschmack. Was einem nicht schmeckt, davon trinkt man zu wenig - die Konsequenz ist eine verringerte Flüssigkeits- sowie Kohlenhydrataufnahme, was vor allem bei länger andauernden Wandertouren fatale Folgen haben kann."

Bilder & Videos

Frisches Wasser - © Petra Rapp
Wasser - © Andreas Levers
Ein Tropfen Wasser - © flickr_fox_kiyo
Trinken - ein Muss - © DSV

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Das trinkt ihr auf der Tour

Ein geeignetes Sportgetränk (selbst gemacht oder gekauft) sollte leicht hypoton bis isoton sein um eine schnelle Flüssigkeitsaufnahme zu begünstigen. Das bedeutet, dass im Getränk weniger bis maximal gleich viele gelöste Teilchen enthalten sind, als im Blutplasma - und genau dieses führt zur schnellen Aufnahme im Körper. Sorgt man mit der Nahrung für eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten und anderen Energieträgern, macht man auf einer Tour mit Wasser nichts verkehrt. Corinne Mäder rät: "Das Getränk sollte außerdem einen optimalen Natriumgehalt aufweisen - denn Natrium beschleunigt die Flüssigkeitsaufnahme im Körper. Apfelschorle enthält neben Fruchtsäure, welche bei sensiblen Personen zu Magenproblemen führen kann, meist einen zu geringen Anteil an Natrium. Bei selbstgemachten Saftschorlen sollten daher säurearme Obstsorten bevorzugt werden (z.B. Birne, Mango) und in einem Verhältnis von 1/3 Saft mit 2/3 natriumreichen Mineralwasser gemischt werden. Ein selbstgemachtes Sportgetränk, welches, sofern keine Fruchtzuckerunverträglichkeit besteht, meist gut vertragen wird und einen idealen Energielieferant darstellt, ist beispielsweise ein Mix aus: 1L ungesüßtem Tee (freie Wahl) + 30g Fruchtzucker + 50g Maltodextrin + 1,5g Kochsalz.“

Geschmack ist entscheidend

Hochwertige Sportgetränke enthalten neben Natrium auch Magnesium, Kalium und Calcium, um den Verlust über die Schweißabsonderung auszugleichen. Zusätzlich bieten sie einen optimalen Kohlenhydratmix und meist auch beigefügte Aminosäuren- also all das, was der Körper während einer Wandertour braucht. Unser Tipp: Wer zum Sportgetränk greift, sollte vorher einige Geschmacksrichtungen probieren - sonst kann es eine geschmacklich unangenehme Tour werden. Achtung Diabetiker: Energieriegel-und Drinks enthalten meist einen hohen Anteil an Kohlenhydraten bzw. Einfachzucker, welcher individuell berücksichtigt muss.

>Vorsicht bei Wasser aus Bächen und Flüssen

Sollten euch auf der Tour die Getränke ausgehen, könnt ihr sie unter bestimmten Umständen auch an Bächen oder Flüssen auffüllen. Wichtig dabei: Stehende, warme oder trübe Gewässer, an denen Brennnesseln stehen oder Algenbildung beobachtet wird, solltet ihr meiden. Meist ungefährlich (Vorsicht: auch sauberes Wasser kann Keime oder Schadstoffe enthalten!) ist Wasser in Quellnähe, das kalt ist, schnell fließt, man sich weit weg von der Zivilisation befindet, ihr reges Tierleben im Wasser entdeckt und sandiger oder steiniger Untergrund zu sehen ist.

Mehr zur Ernährung beim Bergsport lest ihr in unserem Themenspecial!

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