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Backpacken durch Australien: Was muss mit und was kann zuhause bleiben?

23. August 2015 | Bergleben.de | Julia Mohr

Backpacken durch Australien: Was muss mit und was kann zuhause bleiben?- ©Julia Mohr | Florian Reuter

Die Reisewäscheleine im vollen Einsatz

Copyright: Julia Mohr | Florian Reuter

Australien – ein Land das viel zu bieten hat. Nicht nur an Größe, sondern auch an Naturschönheiten, netten Leuten, exotischen Tieren und einer Menge Touristen. Wenn man sich eine Reise in dieses wunderbare Land vorstellt, ist man schon gedanklich dabei, die Badesachen und Flip-Flops in den Rucksack zu packen - denn sonst brauche man ja nicht viel, oder?

Wer sich mit dieser Einstellung ohne Vorbereitung auf das Klima auf den Weg nach Down Under macht, wird sich schnell (frierend) wundern. Generell ist Australien ein warmes Land, besonders im Vergleich zu Deutschland, jedoch kann es auch dort ungemütlich werden. Insbesondere in den Monaten April bis September schwingt das Wetter schnell mal um und man hat es mit Temperaturen um die 5 Grad im Süden oder gar um den Nullpunkt im Zentrum des Landes und in Höhenlagen zu tun.

Dennoch ist der erste Tipp vorneweg: weniger ist mehr. Nehmt nicht zu viel mit, in Australien gibt es eine Menge Einkaufsgelegenheiten (nicht unbedingt günstiger als in Deutschland, aber auch nicht teurer) und viele Second Hand Geschäfte bieten ausrangierte Kleidung für sehr wenig Geld. Wer sich allerdings gerade mitten im Outback befindet, wird es eher schwer haben, eine anständige Jacke für die nächtliche Kälte zu finden.

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Die Reisewäscheleine im vollen Einsatz - © Julia Mohr | Florian Reuter
Auch bei herbstlichen Temperaturen wird gecampt. Mit der richtigen Kleidung kein Problem. - © Julia Mohr | Florian Reuter
Backpacking in Australien - © Florian Reuter | Julia Mohr
Backpacking in Australien - © Florian Reuter | Julia Mohr

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Hier einige Tipps, was auf einer Reise nach Australien unbedingt in den Rucksack kommen sollte:

 

Kopfbedeckung
Zwar ist es angenehm am Tag einige Sonnenstrahlen abzubekommen, jedoch solltet ihr nie vergessen, dass euch in Australien eine extreme Sonneneinstrahlung erwartet. Nicht umsonst hat Australien die höchste Hautkrebsrate weltweit! Zwar gilt die landläufige Meinung, dass über Australien ein riesiges Ozonloch klafft, heute nicht mehr als richtig, dennoch sprechen die Fakten eine eindeutige Sprache und untermauern die Gefahr der Sonne. Es ist wichtig, immer mit Kopfbedeckung unterwegs zu sein, sonst holt man sich schnell einen Sonnenbrand oder fängt sich sogar einen Sonnenstich ein. Sonnenbaden und lange Aufenthalte in der Sonne ohne Shirt sollte man vermeiden, zudem sich eine Sonnencreme mit mindestens Faktor 30 zulegen.

 

Sonnenbrille
Das gleiche gilt für die Augen. Ihr solltet eure Augen so oft wie möglich vor den gefährlichen UV-Strahlen schützen – am besten mit einer seitlich sowie oben und unten gut abschließenden Brille, damit die Sonnenstrahlen nicht an der Brille vorbei in eure Augen eindringen können.

 

Reisehandtuch
Es gibt nichts Besseres auf Reisen als ein dünnes Mikrofaser-Reisehandtuch, das in Nullkommanichts trocknet. So entsteht erst gar nicht das Problem, ein nasses Handtuch in den Rucksack packen zu müssen, sondern es wird schon innerhalb von wenigen Minuten getrocknet sein. An das etwas andere Abtrocken-Gefühl hat man sich schnell gewöhnt.

 

Smartphone
Viele werden mich für diesen Punkt wahrscheinlich verfluchen, da man sich während der Reise voll und ganz anderen Sachen als dem Smartphone widmen sollte - jedoch ist es ein für mich unverzichtbares Reisetool. Es gibt heutzutage so viele Apps, die das Reisen um einiges vereinfachen und euch besser und entspannter den Trip planen lassen (falls man es möchte).
(Eine Liste mit Empfehlungen zu nützlichen Reise-Apps findet ihr hier.)

 

Reisekissen
Es ist einfach immer schön, auf seinem eigenen Kissen einzuschlafen. So hast du immer ein Stück Heimat dabei, egal ob im Hostel, Hotel oder im Campervan. Von aufblasbaren Kissen ist eher abzuraten, es gibt sehr schöne komprimierbare Kissen mit Schaumstofffüllung, die selbst dem unter Nacken- und Rückenschmerzen Leidenden unter uns gefallen werden.

 

Funktionskleidung
Ihr habt euch bestimmt schon den Kopf darüber zermartert, was für Kleidung ihr nach Australien mitnehmen möchtet. Hier eine kleine Hilfe: Verzichte auf dicke Anziehsachen, die viel Platz wegnehmen und packe lieber Funktionskleidung wie atmungsaktive Shirts, einen Windbreaker oder eine Softshell-Jacke, eine Regenjacke, eine Trekkinghose mit abnehmbaren Hosenbeinen mit Zipper und ein paar Trekking-/Wanderschuhe ein. Wenn es mal kalt werden sollte, kann man dem Zwiebelprinzip nachgehen und alles übereinander ziehen. Selbst eine Mütze und dicke Socken sind in Australien nicht verkehrt! Lass dafür lieber irgendwelche schicken Sachen wie Blusen/Hemden „für den Fall der Fälle“ weg. Am Ende trägt man sie ja doch nicht und sie nehmen während der gesamten Reise unnötig viel Platz im Rucksack weg.

 

Nähutensilien (für Zelt und Kleidung)
Es kann schnell mal ein Loch in das geliebte Shirt kommen oder sogar der Stoff des praktischen Campingstuhls reißt. Für solche Fälle solltest du immer etwas Nähzeug dabei haben. Es nimmt garantiert nicht viel Platz weg, ist leicht und man hat sogar eine Nadel dabei, mit der es möglich ist, beim Eierkochen ein Loch in das Ei zu stechen.

 

Ohrstöpsel und Schlafmaske
Naturgeräusche am Abend zum Einschlafen können etwas sehr Schönes sein, jedoch kann es überall in Australien dazu kommen, dass gerade diese Geräusche Überhand nehmen. Massen an großen, zirpenden Insekten, ein Sturm mit Gewitter am Meer oder einfache, weniger schöne Autobahngeräusche können einem die geliebte Nachtruhe zerstören. Also seid besser gewappnet und packt Ohrstöpsel sowie eine Schlafmaske (z.B. diese hier) ein – dann könnt ihr garantiert ausgeruht in jeden Tag starten.

 

Multifunktions-Taschenmesser
Eine Dose und kein Dosenöffner, eine Leine und keine Schere, viele Äste aber keine Säge um Feuerholz zu bekommen... in diese misslichen Lagen kommt ihr nicht, wenn ein multifunktionelles Taschenmesser dabei ist. Selbst als Säge für Äste kann dieses dienen und im allerschlimmsten Notfall als Waffe gegen Schlangen. ;-)

 

Wäscheleine & -klammern
Mal eben ein Paar Socken oder die Badesachen auswaschen, das ist schnell gemacht. Aber wohin mit dem nassen Zeug? Über das dreckige Auto werfen? Über einen Ast hängen? Geht auch, aber einfacher ist es eine praktische Reisewäscheleine mit integrierten Wäscheklammern dabei zu haben. Schnell am Ast, Zaun oder quer durchs Hostel-Zimmer befestigt, am besten zur Sonne ausgerichtet und du kannst direkt noch das nasse Handtuch dazu hängen.

 

E-Book-Reader
Reisen und/oder Urlaub ist eine der besten Zeiten, um mal wieder ein Buch zu verschlingen. Ganz getreu dem Motto „wenn nicht jetzt, wann dann“. Bücher schleppt man auf Reisen ungern mit, deswegen empfehle ich einen E-Book-Reader mit integrierter LED-Beleuchtung. Selbst wenn ihr nicht der Typ seid, der gerne Romane liest, könnt ihr euch auf den Reader genauso gut Reiselektüre und Zeitschriften laden. Und schon ist es möglich, hunderte von Büchern mit herum zu tragen, ohne dass ihr es merkt.

 

Digitalkamera
Eine gute Digitalkamera ist auf Reisen unabdingbar, selbst wenn man nicht der größte Fotograf ist und eigentlich nicht gerne fotografiert. Ihr solltet euch vor Augen halten, dass gerade der Fotograf am meisten von seinen Fotos zehrt. Einige besondere Momente kann man zwar nicht mit allen dazugehörigen Emotionen fotografisch festhalten, jedoch hilft ein Foto später dabei, sich genau an diesen ganz besonderen Moment zu erinnern. Ob es eine Spiegelreflex-Kamera sein muss oder ihr nur eine kleine „Knipse“ dabei haben wollt, das sei dabei jedem selbst überlassen. Klar ist: Je besser die Kamera, desto besser die Fotos und desto mehr werdet ihr euch später, wenn ihr wieder zuhause seid, über eure Bilder freuen.

 

Mobiles Ladegerät
Es gibt nicht (viel) Schlimmeres, wenn du an einem wunderschönen Ort stehst, ein Foto schießen möchtest und der Akku der Kamera ist leer. Damit so etwas nicht passiert, solltest du auf Reisen mit einem mobilen Ladegerät („Juice-Pack“) ausgerüstet sein. Wenn du dann irgendwo zwischendurch Strom hast, kannst du den Akku anschließen und aufladen, und später dann über USB das Handy, den E-Book-Reader, den Kamera-Akku oder die Stirnlampe laden. Toll sind auch solarbetriebene Ladestationen (wie zum Beispiel von GoalZero oder Xtorm).

 

Stirnlampe
Gerade in den Wintermonaten wird es in Australien sehr schnell dunkel und ihr könnt um 17:30 eure Hand nicht mehr vor Augen sehen. Eine Stirnlampe ist in dieser Jahreszeit sehr wichtig, um auch im Dunkeln den Weg zum Strand zu finden, um von dort den wunderbar klaren Sternenhimmel zu bestaunen. Auch beim Campen im Van oder Zelt sollte die Stirnlampe auf gar keinen Fall fehlen!

 

Und hier eine kurze Auflistung von Dingen, die definitiv nicht mit müssen:

Zu viel Kleidung
Es gibt keine größere Last, als zu viele Klamotten dabei zu haben. Ein Shirt ist schnell mal durchgewaschen und innerhalb von einer halben Stunde in der prallen, australischen Sonne getrocknet.

 

Handtaschen oder unbequeme Rucksäcke
Mädels: Rucksäcke werden auf der Reise eure neuen Handtaschen werden. Spätestens auf einer Wanderung durch die Blue Mountains wird euch einleuchten, dass der total stylisch aussehende Rucksack keine gute Wahl war, denn die Rückenschmerzen kommen nicht vom Laufen der vielen Höhenmeter, sondern von dem schlecht-sitzendem Rucksack. Investiert  lieber ein paar Euro mehr und legt euch einen guten Wanderrucksack zu, der genügend Stauraum hat, den ihr ebenso als Handgepäck nehmen könnt und der am besten noch wasserfest ist. Mehr Tipps zum Rucksack und Gepäck gibt es hier!


Von Allem das Doppelte (nur weil man nicht zu Hause ist)
Du brauchst keine zwei Handtücher, keine zwei paar Flip-Flops, keine zwei Sonnenbrillen oder gar zwei deiner immer genutzten Gesichtscremes. Von (fast) Allem reicht es, nur eins davon dabei zu haben. Wenn etwas kaputt geht oder verloren wird, kann man sich in Australien um Ersatz kümmern.

 

Viel Spaß beim Packen und nehmt euch den Lieblingsspruch der Australier zu Herzen: "No worries, mate!"

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